Der Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss und die nicht zuge­stell­te Kos­ten­grund­ent­schei­dung

Ein Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss ent­fal­tet von Beginn an kei­ne recht­li­chen Wir­kun­gen, wenn der die Kos­ten­grund­ent­schei­dung ent­hal­ten­de Titel man­gels wirk­sa­mer Zustel­lung nicht zur Zwangs­voll­stre­ckung geeig­net ist und es damit an einer not­wen­di­gen Vor­aus­set­zung für einen Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss fehlt [1].

Der Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss und die nicht zuge­stell­te Kos­ten­grund­ent­schei­dung

Grund­la­ge der Kos­ten­fest­set­zung ist ein zur Zwangs­voll­stre­ckung geeig­ne­ter Titel (§ 103 Abs. 1 ZPO). Der im Kos­ten­fest­set­zungs­ver­fah­ren nach § 104 ZPO zu erlas­sen­de Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss füllt ledig­lich die Kos­ten­grund­ent­schei­dung hin­sicht­lich der Höhe des zu erstat­ten­den Kos­ten­be­trags aus [2]. Der Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss ist des­halb sowohl hin­sicht­lich sei­ner Ent­ste­hung als auch sei­nes Bestan­des von der Kos­ten­grund­ent­schei­dung abhän­gig. Wird sie auf­ge­ho­ben oder abge­än­dert, ver­liert ein auf ihrer Grund­la­ge erlas­se­ner Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss im Umfang der Auf­he­bung oder Abän­de­rung sei­ne Wir­kung.

Nichts ande­res gilt, wenn der die Kos­ten­grund­ent­schei­dung ent­hal­ten­de Titel man­gels wirk­sa­mer Zustel­lung nicht zur Zwangs­voll­stre­ckung geeig­net ist und es damit an einer not­wen­di­gen Vor­aus­set­zung für einen Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss fehlt. Die Akzess­orie­tät bewirkt in einem sol­chen Fall, dass der Kos­ten­fest­set­zungs­be­schluss von Beginn an kei­ne recht­li­chen Wir­kun­gen ent­fal­tet [3]. Aus Grün­den der Rechts­klar­heit ist er auf­zu­he­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. März 2013 – VII ZB 13/​12

  1. Anschluss an BGH, Beschluss vom 05.05.2008 – X ZB 36/​07, NJW-RR 2008, 1082 Rn. 5[]
  2. BGH, Beschluss vom 05.05.2008 – X ZB 36/​07, NJW-RR 2008, 1082 Rn. 5 m.w.N.[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 05.05.2008 – X ZB 36/​07, NJW-RR 2008, 1082 Rn. 5 m.w.N.; BAG, NJW 1963, 1027, 1028[]