Der Streit über das Bestehen eines Miet­ver­hält­nis­ses

Ist das Bestehen eines Miet­ver­hält­nis­ses strei­tig, rich­tet sich der Wert der Beschwer nach § 8 ZPO; das gilt auch dann, wenn eine Par­tei sich gegen­über einem ding­li­chen Her­aus­ga­be­an­spruch mit der Beru­fung auf ein angeb­li­ches Miet­ver­hält­nis ver­tei­digt [1].

Der Streit über das Bestehen eines Miet­ver­hält­nis­ses

Danach ist der Betrag der auf die gesam­te strei­ti­ge Zeit ent­fal­len­den Mie­te und, wenn der 25fache Betrag des ein­jäh­ri­gen Ent­gelts gerin­ger ist, die­ser Betrag für die Wert­be­rech­nung ent­schei­dend. Zur Bestim­mung der „strei­ti­gen Zeit“ ist auf den Zeit­punkt abzu­stel­len, zu dem das Miet­ver­hält­nis jeden­falls geen­det hät­te.

Lässt sich – wie hier – die strei­ti­ge Zeit nicht ermit­teln, ist § 9 ZPO für die Berech­nung der Beschwer ent­spre­chend anwend­bar [2]. Danach bemisst sich hier die Beschwer der Beklag­ten nach dem 3, 5fachen Jah­res­be­trag der auf den her­aus­ver­lang­ten Teil des Anwe­sens ent­fal­len­den Mie­te [3].

Der maß­geb­li­che Miet­zins kann nicht anhand des bezif­fer­ten Nut­zungs­wer­tes für die her­aus­ver­lang­ten Grund­stücks­tei­le bestimmt wer­den. Bestrei­tet die kla­gen­de Par­tei – wie hier – den Bestand eines Miet­ver­tra­ges hin­sicht­lich der (gesam­ten) streit­ge­gen­ständ­li­chen Flä­chen, kann der nach § 8 ZPO bzw. § 9 ZPO maß­geb­li­che Miet­zins nur dem Vor­trag der Beklag­ten­sei­te ent­nom­men wer­den. Die­se kann nicht gel­tend machen, ihre Beschwer rich­te sich nach einem höhe­ren Miet­zins, der weder nach dem Vor­trag der kla­gen­den Par­tei noch nach ihrem eige­nen Vor­trag ver­ein­bart war [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 3. April 2014 – V ZR 185/​13

  1. BGH, Beschluss vom 07.11.2002 – LwZR 9/​02, BGH­Re­port 2003, 757, 758[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 22.01.2013 – VIII ZR 104/​12, NJW-RR 2013, 718 Rn. 8 mwN[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 22.01.2013 – VIII ZR 104/​12, aaO; BGH, Beschluss vom 12.03.2008 – VIII ZB 60/​07, WuM 2008, 296 Rn. 8 f.[]
  4. vgl. BGH, Beschluss vom 26.04.2006 – XII ZR 154/​05, GuT 2007, 31, 32[]