Ein­heit­li­cher Miet­ver­trag über Woh­nung und Gara­ge

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs 1 spricht bei einem schrift­li­chen Woh­nungs­miet­ver­trag und einem sepa­rat abge­schlos­se­nen Miet­ver­trag über eine Gara­ge eine tat­säch­li­che Ver­mu­tung für die recht­li­che Selb­stän­dig­keit der bei­den Ver­ein­ba­run­gen. Es bedarf dann der Wider­le­gung der Ver­mu­tung durch beson­de­re Umstän­de, wel­che die Annah­me recht­fer­ti­gen, dass die Miet­ver­hält­nis­se über die Woh­nung und die Gara­ge nach dem Wil­len der Betei­lig­ten eine recht­li­che Ein­heit bil­den sol­len.

Ein­heit­li­cher Miet­ver­trag über Woh­nung und Gara­ge

Im vor­lie­gend ent­schie­de­nen Fall sah zusätz­lich der Miet­ver­trag über die Gara­ge für bei­de Ver­trags­part­ner – abwei­chend von den für Wohn­raum gel­ten­den Rege­lun­gen – eine ordent­li­che Kün­di­gung mit einer Frist von einem Monat zum Monats­en­de vor. Dies lässt nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs auf den Wil­len der Par­tei­en schlie­ßen, dass es sich bei dem Miet­ver­trag über die Gara­ge um ein sepa­ra­tes Miet­ver­hält­nis han­deln soll­te, das für bei­de Par­tei­en mit einer ver­hält­nis­mä­ßig kur­zen Frist und unab­hän­gig vom Vor­lie­gen eines berech­tig­ten Inter­es­ses an der Been­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses (vgl. § 573 BGB) künd­bar sein soll­te.

Dies wird auch nicht dadurch ent­kräf­tet, dass der Ver­mie­ter bei frü­he­ren Miet­erhö­hun­gen die Gara­gen­mie­te und die Wohn­raum­mie­te im sel­ben Ver­hält­nis ange­ho­ben hat.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. April 2013 – VIII ZR 245/​12

  1. BGH, Urteil vom 12.10.2011 – VIII ZR 251/​10, aaO[]
  2. BGH, Urteil vom 12.10.2011 – VIII ZR 251/​10, aaO[]