Elek­tro-Gene­ral­inspek­tio­nen

Den Ver­mie­ter trifft nach einer jetzt ver­kün­de­ten Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs im Rah­men sei­ner Ver­kehrs­si­che­rungs­pflict kei­ne Ver­pflich­tung zur regel­mä­ßi­gen Gene­ral­inspek­ti­on der Elek­tro­lei­tun­gen und Elek­tro­ge­rä­te in der Miet­woh­nung.

Elek­tro-Gene­ral­inspek­tio­nen

In dem dem BGH vor­lie­gen­den Fall nahm der Klä­ger den Beklag­ten, sei­nen Ver­mie­ter, auf Scha­den­er­satz wegen eines Bran­des in Anspruch. In der neben der Woh­nung des Klä­gers lie­gen­den Miet­woh­nung kam es am 20. Juli 2006 im Bereich der Koch­ni­sche zu einem Brand. Der Klä­ger behaup­tet, der Brand sei durch einen tech­ni­schen Defekt mit Kurz­schluss im Bereich der Dunst­ab­zugs­hau­be ver­ur­sacht wor­den. Er hat wegen der Beschä­di­gung ihm gehö­ren­der Sachen Scha­den­er­satz in Höhe von 2.630 € nebst Zin­sen und Erstat­tung vor­ge­richt­li­cher Anwalts­kos­ten gel­tend gemacht. Das Amts­ge­richt hat der Kla­ge teil­wei­se statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung des Beklag­ten hat das Land­ge­richt die Kla­ge ins­ge­samt abge­wie­sen. Mit der zuge­las­se­nen Revi­si­on erstrebt der Klä­ger die Wie­der­her­stel­lung des amts­ge­richt­li­chen Urteils.

Der u. a. für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass dem Klä­ger wegen der Schä­den, die ihm infol­ge des in der Nach­bar­woh­nung aus­ge­bro­che­nen Bran­des an sei­nem Eigen­tum ent­stan­den sind, kein Scha­den­er­satz­an­spruch gegen den beklag­ten Ver­mie­ter zusteht. Der Beklag­te war nicht ver­pflich­tet, die Elek­tro­lei­tun­gen und elek­tri­schen Anla­gen in den von ihm ver­mie­te­ten Woh­nun­gen ohne kon­kre­ten Anlass oder Hin­weis auf Män­gel einer regel­mä­ßi­gen Über­prü­fung durch einen Elek­tro­fach­mann zu unter­zie­hen. Zwar trifft den Ver­mie­ter die ver­trag­li­che Neben­pflicht, die Miet­sa­che in einem ver­kehrs­si­che­ren Zustand zu erhal­ten. Die­se Pflicht erstreckt sich grund­sätz­lich auf alle Tei­le des Hau­ses. Ihm bekannt gewor­de­ne Män­gel, von denen eine Gefahr für die Miet­woh­nun­gen aus­ge­hen kann, muss der Ver­mie­ter des­halb unver­züg­lich behe­ben. Er muss im Rah­men sei­ner Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht aber kei­ne regel­mä­ßi­ge Gene­ral­inspek­ti­on vor­neh­men. Im Ein­zel­fall mögen zwar beson­de­re Umstän­de, wie zum Bei­spiel unge­wöhn­li­che oder wie­der­hol­te Stö­run­gen, Anlass bie­ten, nicht nur einen unmit­tel­bar zu Tage getre­te­nen Defekt zu behe­ben, son­dern eine umfas­sen­de Inspek­ti­on der gesam­ten Elek­tro­in­stal­la­ti­on durch­zu­füh­ren. Sol­che Umstän­de waren hier aber nicht fest­ge­stellt. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Revi­si­on des­halb zurück­ge­wie­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Okto­ber 2008 – VIII ZR 321/​07