„Exzes­si­ves Rau­chen“ – und der Scha­dens­er­satz­an­spruch des Ver­mie­ters

Einem Ver­mie­ter steht in der Regel kein Scha­den­er­satz­an­spruch aus § 280 Abs. 1 BGB wegen „exzes­si­ven Rau­chens“ des Mie­ters zu.

„Exzes­si­ves Rau­chen“ – und der Scha­dens­er­satz­an­spruch des Ver­mie­ters

Ein Mie­ter, der in der ange­mie­te­ten Woh­nung raucht, ver­hält sich grund­sätz­lich nicht ver­trags­wid­rig [1].

Ein Scha­dens­er­satz­an­spruch wegen Über­schrei­tung des ver­trags­ge­mä­ßen Gebrauchs kommt daher nur dann in Betracht, wenn die Woh­nung durch das Rau­chen der­art beschä­digt wird, dass die Gebrauchs­spu­ren im Rah­men der Vor­nah­me von übli­chen Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren im Sin­ne des § 28 Abs. 4 Satz 3 der Zwei­ten Berech­nungs­ver­ord­nung nicht mehr besei­tigt wer­den kön­nen [2].

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Streit­fall ist weder fest­ge­stellt noch ersicht­lich, dass Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren im Sin­ne des § 28 Abs. 4 Satz 3 der Zwei­ten Berech­nungs­ver­ord­nung nicht aus­ge­reicht hät­ten, die in der Woh­nung vor­han­de­nen Gebrauchs­spu­ren zu besei­ti­gen. In der von der Ver­mie­te­rin vor­ge­leg­ten Malerrech­nung wer­den ledig­lich Leis­tun­gen (Tape­zie­ren, Spach­teln, Grun­die­ren, Strei­chen) genannt, die übli­cher­wei­se ver­an­lasst sind, um Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren aus­zu­füh­ren. Soweit in der „POS 4“ die­ser Rech­nung auf­ge­führt ist „Decken und Wand­flä­chen mit Iso­lier­far­be (Niko­tin ver­gilbt) zwi­schen- und schluss­be­schich­ten“ geht aus dem Vor­trag der Ver­mie­te­rin nicht her­vor, ob die­se Maß­nah­me aus­schließ­lich zur Reno­vie­rung erfor­der­lich war oder ob sie ganz oder teil­wei­se der Vor­beu­gung gegen künf­ti­ge Rauch­spu­ren in der Woh­nung dient.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. März 2015 – VIII ZR 242/​13

  1. BGH, Urtei­le vom 28.06.2006 – VIII ZR 124/​05, NJW 2006, 2915 Rn. 23; vom 05.03.2008 – VIII ZR 37/​07, NJW 2008, 1439 Rn. 21[]
  2. BGH, Urteil vom 05.03.2008 – VIII ZR 37/​07, aaO Rn. 23[]