Fest­set­zung wei­te­rer Kos­ten im Beschwer­de­ver­fah­ren

Nicht Gegen­stand eines Kos­ten­fest­set­zungs­an­trags bil­den­de Kos­ten kön­nen mit der sofor­ti­gen Beschwer­de nur dann gel­tend gemacht wer­den, wenn das Rechts­mit­tel unab­hän­gig von der Anspruchs­er­wei­te­rung zuläs­sig ist. Andern­falls sind sie zur nach­träg­li­chen Fest­set­zung anzu­mel­den.

Fest­set­zung wei­te­rer Kos­ten im Beschwer­de­ver­fah­ren

In dem jetzt vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall war zunächst nur die Fest­set­zung einer 0,65-fachen Ver­fah­rens­ge­bühr in Höhe von 367,90 € net­to bean­tragt wor­den, erst mit der sofor­ti­gen Beschwer­de wur­de dann eine auf den 1,3‑fachen Satz erhöh­te Ver­fah­rens­ge­bühr und des­halb die Zah­lung wei­te­rer 367,90 € net­to gel­tend gemacht. Eine allein zum Zwe­cke der Anspruchs­er­wei­te­rung ein­ge­leg­te sofor­ti­ge Beschwer­de ist aber man­gels Beschwer unzu­läs­sig.

Die Zuläs­sig­keit eines Rechts­mit­tels setzt eine Beschwer des Rechts­mit­tel­füh­rers sowie das Bestre­ben vor­aus, die­se Beschwer mit Hil­fe des Rechts­mit­tels zu besei­ti­gen [1]. Das Rechts­mit­tel ist unzu­läs­sig, wenn mit ihm ledig­lich im Wege der Anspruchs­er­wei­te­rung ein neu­er, bis­lang nicht gel­tend gemach­ter Anspruch zur Ent­schei­dung gestellt wird [2]. Dem­entspre­chend kön­nen bis­lang nicht Gegen­stand eines Kos­ten­fest­set­zungs­an­trags bil­den­de Kos­ten mit der sofor­ti­gen Beschwer­de nur dann gel­tend gemacht wer­den, wenn das Rechts­mit­tel – wie hier nicht – unab­hän­gig von der Anspruchs­er­wei­te­rung zuläs­sig ist. Andern­falls sind sie zur nach­träg­li­chen Fest­set­zung anzu­mel­den [3].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Novem­ber 2010 – VI ZB 79/​09

  1. vgl. BGH, Urteil vom 20.10.1982 – IVb ZR 318/​81, BGHZ 85, 140, 142; vom 13.04.1988 – VIII ZR 199/​87, NJW-RR 1988, 959[]
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 21.09.1994 – VIII ZB 22/​94, NJW 1994, 3358, 3359; vom 17.09.1992 – IX ZB 45/​92, ZIP 1993, 64, 65; und vom 07.05.2003 – XII ZB 191/​02, VersR 2003, 1416, 1417; BGH, Urtei­le vom 13.06.1996 – III ZR 40/​96, NJW-RR 1996, 1276; und vom 11.10.2000 – VIII ZR 321/​99, ZIP 2000, 2222 f. m.w.N.[]
  3. vgl. OLG Frank­furt Rpfle­ger 1978, 29; KG NJW-RR 1991, 768; OLG Koblenz Jur­Bü­ro 1991, 968; OLG Hamm Jur­Bü­ro 1996, 262 f.; Zöller/​Herget, ZPO, 28. Aufl., § 104 Rn. 21 „Beschwer“; Musielak-Wolst, ZPO, 7. Aufl., § 104 Rn. 24; Hüß­te­ge in Thomas/​Putzo, ZPO, 31. Aufl., § 104 Rn. 32, jeweils m.w.N.[]