Gewer­be­raum­kün­di­gung wegen schwe­rer Erkran­kung?

Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat in einem Pro­zess­kos­ten­hil­fe­ver­fah­ren ent­schie­den, dass ein Mie­ter, der Gewer­be­räu­me ange­mie­tet hat, nicht frist­los wegen einer schwe­ren Krebs­er­kran­kung kün­di­gen kann.

Gewer­be­raum­kün­di­gung wegen schwe­rer Erkran­kung?

Der Klä­ger hat­te in Mühlheim/​Ruhr Gewer­be­räu­me ange­mie­tet und dort ein klei­nes Ein­zel­han­dels­ge­schäft (Geschenk­ar­ti­kel) betrie­ben. Er woll­te das bis Ende Febru­ar 2009 lau­fen­de Miet­ver­hält­nis vor­zei­tig aus wich­ti­gem Grund frist­los zum 29. Sep­tem­ber 2007 kün­di­gen: Er lei­de an einer schwe­ren Krebs­er­kran­kung und kön­ne des­halb sein Geschäft nicht mehr betrei­ben.

Das OLG hat hier­zu fest­ge­stellt, dass dem Klä­ger kein Kün­di­gungs­recht aus wich­ti­gem Grund zusteht. Der Mie­ter tra­ge das per­sön­li­che Ver­wen­dungs­ri­si­ko für die Miet­räu­me und zwar auch dann, wenn er lang­fris­tig ange­mie­te­te Gewer­be­räu­me aus gesund­heit­li­chen Grün­den nicht mehr nut­zen kön­ne (vgl. § 537 Absatz 1 Satz 1 Bür­ger­li­ches Gesetz­buch). So ende auch mit dem Tod eines Mie­ters nicht das Miet­ver­hält­nis, son­dern gehe auf den Erben über. Selbst im Woh­nungs­miet­recht, das – anders als das hier anwend­ba­re gewerb­li­che Miet­recht – beson­de­re Schutz­be­stim­mun­gen zuguns­ten eines Woh­nungs­mie­ters vor­se­he, ste­he einem Mie­ter kein Recht zur frist­lo­sen Kün­di­gung zu (vgl. § 564 Bür­ger­li­ches Gesetz­buch: Kün­di­gungs­frist 1 Monat). Nach Über­zeu­gung des Senats sei es auch nicht treu­wid­rig, wenn der Ver­mie­ter an dem Ver­trag fest­hal­te. Im Übri­gen kön­ne der Mie­ter sein Risi­ko dadurch begren­zen, dass er die Räu­me unter­ver­mie­te. Einer Unter­ver­mie­tung dür­fe ein Ver­mie­ter nur aus wich­ti­gem Grund wider­spre­chen.

Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf, Beschluss vom 25. Juli 2008 – I‑24 W 53/​08 (rechts­kräf­tig)