Her­aus­ga­be des delik­tisch Erlang­ten – nach Ein­tritt der Ver­jäh­rung

Nach § 852 BGB ist der Ersatz­pflich­ti­ge auch nach Ein­tritt der Ver­jäh­rung des Anspruchs auf Ersatz des aus einer uner­laub­ten Hand­lung ent­stan­de­nen Scha­dens zur Her­aus­ga­be nach den Vor­schrif­ten über die Her­aus­ga­be einer unge­recht­fer­tig­ten Berei­che­rung ver­pflich­tet (§ 852 Satz 1 BGB).

Her­aus­ga­be des delik­tisch Erlang­ten – nach Ein­tritt der Ver­jäh­rung

Die­ser Anspruch ver­jährt in zehn Jah­ren von sei­ner Ent­ste­hung an, ohne Rück­sicht auf sei­ne Ent­ste­hung in 30 Jah­ren von der Bege­hung der Ver­let­zungs­hand­lung oder dem sons­ti­gen, den Scha­den aus­lö­sen­den Ereig­nis an (§ 852 Satz 2 BGB).

Sobald die Ver­jäh­rungs­ein­re­de (wegen des delik­ti­schen Anspruchs) erho­ben wird, muss das ent­schei­den­de Gericht von sich aus auch prü­fen, ob ein Anspruch aus § 852 Satz 1 BGB gege­ben ist 1.

Die Ver­wei­sung in § 852 BGB auf die Vor­schrif­ten über die Her­aus­ga­be einer unge­recht­fer­tig­ten Berei­che­rung bezieht sich nicht auf die Vor­aus­set­zun­gen, son­dern auf den Umfang der Berei­che­rungs­haf­tung. Bei § 852 BGB han­delt es sich nicht um einen Berei­che­rungs­an­spruch, son­dern um einen soge­nann­ten Rest­scha­dens­er­satz­an­spruch, also einen Anspruch aus uner­laub­ter Hand­lung, der in Höhe der Berei­che­rung nicht ver­jährt ist 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. Okto­ber 2015 – II ZR 281/​14

  1. Staudinger/​Vieweg, 2015, § 852 BGB Rn. 23 mwN; vgl. BGH, Urteil vom 14.02.1978 – X ZR 19/​76, BGHZ 71, 86, 96 f.[]
  2. BGH, Urteil vom 15.01.2015 – I ZR 148/​13, MDR 2015, 904 Rn. 29[]