Kei­ne Pro­sti­tu­ti­on in Wohn-/Ge­wer­be­an­la­gen

Auch in gemischt genutz­ten Gebäu­den mit Woh­nun­gen und gewerb­lich genutz­ten Flä­chen müs­sen die Eigen­tü­mer der ande­ren Woh­nun­gen bzw. Gewer­be­ein­hei­ten nicht dul­den, dass in einer Woh­nung der Pro­sti­tu­ti­on nach­ge­gan­gen wird.

Kei­ne Pro­sti­tu­ti­on in Wohn-/Ge­wer­be­an­la­gen

Die Betei­lig­ten eines jetzt vom Pfäl­zi­schen Ober­lan­des­ge­richt in Zwei­brü­cken ent­schie­de­nen Falls sind Eigen­tü­mer von Woh­nun­gen oder gewerb­lich genutz­ten Ein­hei­ten eines Gebäu­des, das in einem Gewer­be­ge­biet liegt. In einer Ein­heit befin­det sich ein KFZ – Sach­ver­stän­di­gen­bü­ro, in einer wei­te­ren eine KFZ – Repa­ra­tur­werk­statt, fünf wei­te­re Woh­nun­gen wer­den nur zu Wohn­zwe­cken genutzt und in drei ver­mie­te­ten Woh­nun­gen wird der Pro­sti­tu­ti­on nach­ge­gan­gen. Die­se Nut­zung zur Aus­übung der Pro­sti­tu­ti­on woll­ten die übri­gen Woh­nungs­ei­gen­tü­mer und die Eigen­tü­mer der gewerb­lich genutz­ten Ein­hei­ten nicht hin­neh­men und ver­lang­ten von den Eigen­tü­mern der betrof­fe­nen Woh­nun­gen Unter­las­sung. Das Ober­lan­des­ge­richt gab ihnen, wie schon das Land­ge­richt, in vol­lem Umfang Recht. Der Senat hat zur Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung aus­ge­führt, dass die Aus­übung der Pro­sti­tu­ti­on auch heu­te noch mit einem sozia­len Unwert­ur­teil behaf­tet sei. Die Ver­bes­se­rung der sozia­len Stel­lung der Pro­sti­tu­ier­ten durch das Pro­sti­tu­ti­ons­ge­setz habe hier­an nichts geän­dert. Das sozia­le Unwert­ur­teil füh­re auch in einem teils gewerb­lich genutz­ten Gebäu­de erfah­rungs­ge­mäß zu einer erschwer­ten Ver­miet­bar­keit und Ver­käuf­lich­keit der ande­ren Ein­hei­ten. Die hier­in lie­gen­de Eigen­tums­stö­rung müss­ten die übri­gen Eigen­tü­mer nicht hin­neh­men.

Pfäl­zi­sches Ober­lan­des­ge­richt Zwei­brü­cken, Beschluss vom 30. Janu­ar 2008 – 3 W 182/​08