Kos­ten für Knall­kör­per­wür­fe im Fuß­ball­sta­di­um: ca. 20.000 €

20.340,00 € – das ist die Sum­me, die der 1. FC Köln von dem Wer­fer der Knall­kör­per wäh­rend eines Fuß­ball­spiels gegen den SC Pader­born erhält.

Kos­ten für Knall­kör­per­wür­fe im Fuß­ball­sta­di­um: ca. 20.000 €

Auf die­se Sum­me hat das Ober­lan­des­ge­richt Köln in dem hier vor­lie­gen­den Fall den Anteil der Ver­bands­stra­fe fest­ge­legt, auf den das Ver­hal­ten des beklag­ten Fußßball-"Fans" zurück­zu­füh­ren war. Nach­dem der Bun­des­ge­richts­hof im Sep­tem­ber 2016 ent­schie­den hat­te, dass der Bun­des­li­ga­ver­ein eine Ver­bands­stra­fe des Deut­schen Fuß­ball­bun­des (DFB) von einem böl­lerwer­fen­den Fan ersetzt ver­lan­gen kann und die Sache zurück­ver­wie­sen hat 1, muss­te das Ober­lan­des­ge­richt Köln nun die kon­kre­te Scha­dens­hö­he bestim­men.

Ins­ge­samt ist der 1. FC Köln wegen vier ein­zel­nen Vor­fäl­len mit einer Stra­fe belegt wor­den. Nur die Zün­dung der Knall­kör­per ging auf das Kon­to des hier Beklag­ten. Im Ein­zel­nen waren gegen den Ver­ein vier Ein­zel­geld­stra­fen in Höhe von zwei­mal 20.000,00 €, ein­mal 38.000,00 € und – betref­fend den Beklag­ten – ein­mal 40.000,00 € ver­hängt wor­den. Als Gesamt­stra­fe hat­te der DFB, wie üblich in sol­chen Fäl­len, nicht die Sum­me der Ein­zel­stra­fen in Höhe von 118.000,00 €, son­dern unter Gewäh­rung eines Straf­ra­batts einen Gesamt­be­trag von 80.000,00 € bestimmt. Weil ein Kame­ra­sys­tem zur Sta­di­onüber­wa­chung im Wert von rund 20.000,00 €, das der Ver­ein bereits ange­schafft hat­te, auf die Stra­fe ange­rech­net wur­de, muss­te der 1. FC Köln an den DFB nur noch einen Betrag von 60.000,00 € über­wei­sen.

Nach Mei­nung des 1. FC Köln müss­te der Anteil im Ver­hält­nis zur Gesamt­stra­fe in Höhe von 80.000,00 € zu bemes­sen sein, weil die ver­häng­te Gesamt­stra­fe aus­ge­hend von der höchs­ten Ein­zel­stra­fe gebil­det wer­de, und damit 40.000,00 € : 80.000,00 € x 60.000,00 € = 30.000,00 € erge­be. Ande­rer Auf­fas­sung nun das Ober­lan­des­ge­richt Köln: Danach hän­ge es bei die­ser Berech­nungs­wei­se vom Zufall ab, in wel­chem Maße eine Redu­zie­rung der Gesamt­stra­fe dem Inan­spruch­ge­nom­me­nen zu Gute kom­me. Das Ver­hält­nis der jewei­li­gen Ein­zel­stra­fe zur Sum­me der Ein­zel­stra­fen sei dage­gen eine ver­läss­li­che Bemes­sungs­grund­la­ge, bei der Ände­run­gen der Gesamt­stra­fe stets ver­hält­nis­mä­ßig wei­ter­ge­ge­ben wer­den könn­ten. So hat der Beklag­te den pro­zen­tua­len Anteil zu bezah­len, der sich auf die Sum­me der Ein­zel­stra­fen bezieht, also 40.000,00 € : 118.000,00 € x 60.000,00 € = 20.340,00 €.

Da die Fra­ge der vor­zu­neh­men­den Berech­nung noch nicht höchst­rich­ter­lich ent­schie­den wor­den ist, hat das Ober­lan­des­ge­richt die Revi­si­on zuge­las­sen.

Ober­lan­des­ge­richt Köln, Urteil vom 9. März 2017 – 7 U 54/​15

  1. BGH, Urteil vom 22.09.2016 – VII ZR 14/​16[]