Nas­se Flie­sen im Schwimm­bad­be­reich

Im unmit­tel­bar angren­zen­den Boden­be­reich eines Schwimm­be­ckens ist mit einem nas­sen Fuß­bo­den zu rech­nen, so dass dort bekann­ter­ma­ßen eine erhöh­te Rutsch­ge­fahr besteht. Kommt es dort im Urlaub zu einem Sturz, ist das dem all­ge­mei­nen Lebens­ri­si­ko des Betrof­fe­nen zuzu­ord­nen, für das ein Rei­se­ver­an­stal­ter nicht haf­tet.

Nas­se Flie­sen im Schwimm­bad­be­reich

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge eines Rei­sen­den auf Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld abge­wie­sen. Der Klä­ger aus Bie­le­feld ver­langt von dem beklag­ten Rei­se­ver­an­stal­ter Scha­dens­er­satz in Höhe der für die ärzt­li­che Ver­sor­gung ange­fal­le­nen Kos­ten und Schmer­zens­geld. Er hat­te eine Pau­schal­rei­se vom 17.6.13 bis 1.7.13 in ein Hotel in der Tür­kei gebucht. Am 19.6.13 ist er dort auf dem Weg zwi­schen dem Hotel­pool und dem Pool-WC aus­ge­rutscht und hat sich eine blu­ten­de Platz­wun­de am Kopf zuge­zo­gen, die im ört­li­chen Kran­ken­haus genäht wer­den muss­te. Er ist der Auf­fas­sung, dass das Hotel­per­so­nal sei­ne Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht schuld­haft ver­letzt hat. Die übli­cher­wei­se an der Unfall­stel­le lie­gen­de Mat­te sei nicht vor­han­den gewe­sen. Auf­grund der erhöh­ten Rutsch­ge­fahr hät­ten Warn­schil­der auf­ge­stellt wer­den müs­sen. Der beklag­te Rei­se­ver­an­stal­ter bestrei­tet eine Ver­let­zung der Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht.

Nach Auf­fas­sung­des Amts­ge­richts Mün­chen sei der Sturz dem all­ge­mei­nen Lebens­ri­si­ko des Rei­sen­den zuzu­ord­nen, für das der Rei­se­ver­an­stal­ter nicht haf­te. Der Klä­ger habe erken­nen kön­nen, dass der Boden gefliest war. Nach all­ge­mei­ner Lebens­er­fah­rung sei im unmit­tel­bar angren­zen­den Boden­be­reich eines Schwimm­be­ckens mit einem nas­sen Fuß­bo­den zu rech­nen, so dass dort bekann­ter­ma­ßen eine erhöh­te Rutsch­ge­fahr bestehe. Eine beson­ders star­ke Stei­gung, die zu einer erhöh­ten Rutsch­ge­fahr füh­ren könn­te, sei nicht erkenn­bar. Es sei nicht ersicht­lich, wes­halb eine Boden­mat­te, die im Ver­hält­nis zu gesam­ten betrof­fe­nen Flä­che nur einen mini­ma­len Teil des Bodens abge­deckt hät­te, das Aus­rut­schen des Klä­gers hät­te ver­hin­dern können.Es sei nicht ersicht­lich, dass das Aus­le­gen der Mat­te zum Schutz der Hotel­gäs­te vor einer unvor­her­seh­ba­ren Gefahr erfor­der­lich gewe­sen sei.

Das Feh­len eines Hin­weis­schil­des sei nicht Ursa­che für den Sturz gewe­sen, da für jeder­mann erkenn­bar war, dass der Boden gefliest ist und auf­grund der im Schwimm­bad­be­reich gewöhn­li­cher Wei­se auf­tre­ten­den Näs­se rut­schig sein kann.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 15. April 2014 – 182 C 1465/​14