Par­tei­ver­nah­me und das Ver­hand­lungs­pro­to­koll

Nach § 15 Abs. 5 LwVG, § 160 Abs. 3 Nr. 4 ZPO sind die Aus­sa­gen der ver­nom­me­nen Par­tei­en im Pro­to­koll fest­zu­stel­len. Das betrifft jedoch grund­sätz­lich nur die Aus­sa­gen im Rah­men einer Beweis­auf­nah­me 1, nicht hin­ge­gen wie hier die blo­ße Anhö­rung der Betei­lig­ten nach § 33 Abs. 1 FamFG 2.

Par­tei­ver­nah­me und das Ver­hand­lungs­pro­to­koll

Aus­nahms­wei­se ist auch der Inhalt einer Par­tei­an­hö­rung zu pro­to­kol­lie­ren, wenn sie als Beweis ver­wer­tet, also wie eine Par­tei­aus­sa­ge gewür­digt wird 3.

Das ist nicht der Fall, wenn die Beschwer­de­ent­schei­dung ledig­lich tat­säch­li­che Anga­ben des Betei­lig­ten über die wie­der­gibt und das Gericht sie als zutref­fend unter­stellt, die Anga­ben selbst also kei­ner Beweis­wür­di­gung unter­zieht. In die­sem Fall hat das Gericht die Anga­ben ledig­lich zur Sach­auf­klä­rung her­an­ge­zo­gen, wie es dem Sinn und Zweck der Anhö­rung nach § 33 FamFG ent­spricht. Dass das Gericht das Ergeb­nis die­ser Sach­auf­klä­rung im Rah­men der Gesamt­wür­di­gung als Indiz ver­wer­tet, ändert dar­an nichts.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 29. Novem­ber 2013 – BLw 4/​12

  1. vgl. dazu BGH, Urteil vom 26.06.1963 – IV ZR 273/​62, BGHZ 40, 84, 86[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 19.10.1988 IVb ZR 27/​88, Fam­RZ 1989, 157, 158 zu § 141 ZPO[]
  3. BGH, Urteil vom 27.11.1968 – IV ZR 675/​68, NJW 1969, 428, 429[]