Recht­li­ches Gehör – und über­spann­te Anfor­de­run­gen an die Dar­le­gungs­last

Nach stän­di­ger höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung genügt eine Par­tei ihrer Dar­le­gungs­last, wenn sie Tat­sa­chen vor­trägt, die in Ver­bin­dung mit einem Rechts­satz geeig­net sind, das gel­tend gemach­te Recht als in ihrer Per­son ent­stan­den erschei­nen zu las­sen.

Recht­li­ches Gehör – und über­spann­te Anfor­de­run­gen an die Dar­le­gungs­last

Erfüllt das Par­tei­vor­brin­gen die­se Anfor­de­run­gen, so kann der Vor­trag wei­te­rer Ein­zel­hei­ten oder die Erklä­rung für einen gehal­te­nen Vor­trag nicht gefor­dert wer­den. Es ist viel­mehr Sache des Tatrich­ters, in die Beweis­auf­nah­me ein­zu­tre­ten.

Auch der Umstand, dass eine Par­tei ihren Vor­trag ändert, recht­fer­tigt es nicht, von der Erhe­bung der ange­bo­te­nen Bewei­se abzu­se­hen. Dar­in liegt eine vor­weg­ge­nom­me­ne Beweis­wür­di­gung, die im Pro­zess­recht kei­ne Stüt­ze fin­det.

Eine etwai­ge Wider­sprüch­lich­keit des Par­tei­vor­trags kann regel­mä­ßig nur im Rah­men der Beweis­wür­di­gung berück­sich­tigt wer­den 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 16. Novem­ber 2016 – VII ZR 314/​13

  1. vgl. BGH, Urteil vom 13.03.2012 – II ZR 50/​09, NJW-RR 2012, 728 Rn. 16; Beschluss vom 21.07.2011 – IV ZR 216/​09, VersR 2011, 1384 Rn. 6; jeweils m.w.N.[]