Rei­se­ver­an­stal­ter­haf­tung bei töd­li­chem Bade­un­fall

Der Rei­se­ver­an­stal­ter haf­tet nach einem Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Köln für einen töd­li­chen Bade­un­fall in der man­gel­haf­ten Was­ser­rut­schen­an­la­ge eines Urlaubs­ho­tels, wenn er es vor­werf­bar unter­lässt, die Anla­ge nach Inbe­trieb­nah­me auf etwai­ge Sicher­heits­män­gel zu über­prü­fen.

Rei­se­ver­an­stal­ter­haf­tung bei töd­li­chem Bade­un­fall

Der Rei­se­ver­an­stal­ter schul­de unter ande­rem die sorg­fäl­ti­ge Kon­trol­le der ein­zel­nen Leis­tungs­trä­ger am Urlaubs­ort. Bei einem Hotel­auf­ent­halt müs­se er alle sicher­heits­re­le­van­ten Tei­le der Hotel­an­la­ge vor Ver­trags­schluss und danach in regel­mä­ßi­gen Abstän­den auf sol­che Män­gel über­prü­fen las­sen, die sich bei genau­em Hin­se­hen jeder­mann offen­ba­ren. Bei bau­li­chen bzw. tech­ni­schen Anla­gen sei­en zwar kei­ne Ermitt­lun­gen bezüg­lich ver­bor­ge­ner Män­gel durch­zu­füh­ren. Es müs­se aber geprüft wer­den, ob die ört­li­chen Sicher­heits­be­stim­mun­gen ein­ge­hal­ten wor­den sei­en und eine Abnah­me vor­lie­ge. Das gel­te auch in Bezug auf sol­che Ein­rich­tun­gen, die nur gegen beson­de­re Ver­gü­tung zu benut­zen und die, wie im vor­lie­gen­den Fall die Was­ser­rut­sche, im Rei­se­ka­ta­log nicht erwähnt sei­en. Denn ande­ren­falls habe es der Ver­an­stal­ter in der Hand, sich nach Abwä­gung von Wer­be­ef­fek­ten einer­seits und Haf­tungs­ri­si­ken ande­rer­seits der Über­prü­fungs­pflicht für mög­li­cher­wei­se ris­kan­te Ein­rich­tun­gen durch blo­ße Nicht­er­wäh­nung im Kata­log zu ent­zie­hen. Wenn ihm, etwa bei neu­en Anla­gen, noch kei­ne Über­prü­fung mög­lich war oder er eine Haf­tung nicht über­neh­men wol­le, sei dem Ver­an­stal­ter, so das OLG Köln, eine ent­spre­chen­de Kun­den­in­for­ma­ti­on unbe­nom­men.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig, das OLG Köln hat die Revi­si­on zum Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­sen.

OLG Köln, Urt. v. 12.09.2005 – 16 U 25/​05