Revi­si­ons­be­grün­dung – und die Bei­ord­nung eines Not­an­walts

Die Bei­ord­nung eines Not­an­walts kann nicht des­halb ver­langt wer­den, weil der zunächst zur Ver­tre­tung berei­te Rechts­an­walt beim Bun­des­ge­richts­hof nach Prü­fung der Sachund Rechts­la­ge die Erfolgs­aus­sicht des Rechts­mit­tels ver­neint und des­halb nicht bereit ist, eine von ihm bereits ein­ge­leg­te Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de nach den Vor­stel­lun­gen oder Vor­ga­ben sei­ner Par­tei zu begrün­den.

Revi­si­ons­be­grün­dung – und die Bei­ord­nung eines Not­an­walts

Sinn und Zweck der Zulas­sungs­be­schrän­kung für Rechts­an­wäl­te beim Bun­des­ge­richts­hof ist es, die Rechts­pfle­ge durch eine leis­tungs­fä­hi­ge und in Revi­si­ons­sa­chen beson­ders qua­li­fi­zier­te Anwalt­schaft zu stär­ken. Die Recht­su­chen­den sol­len kom­pe­tent bera­ten wer­den und von der Durch­füh­rung unzu­läs­si­ger oder ansons­ten aus­sichts­lo­ser Rechts­mit­tel Abstand neh­men kön­nen, was ihnen Kos­ten spart. Zugleich soll der Bun­des­ge­richts­hof von der Bear­bei­tung sol­cher Rechts­mit­tel ent­las­tet wer­den.

Die­sem Ziel lie­fe es zuwi­der, wenn die Par­tei einen Anspruch dar­auf hät­te, ihre Rechts­an­sicht gegen die ihres auf das Revi­si­ons­recht spe­zia­li­sier­ten Rechts­an­walts durch­zu­set­zen und das ein­ge­leg­te Rechts­mit­tel ent­ge­gen des­sen Auf­fas­sung durch­zu­füh­ren 1.

Die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de war im vor­lie­gen­den FAll zugleich als unzu­läs­sig zu ver­wer­fen, da sie nicht inner­halb der Frist des § 544 Abs. 2 ZPO durch einen beim Bun­des­ge­richts­hof zuge­las­se­nen Rechts­an­walt (§ 78 Abs. 1 Satz 3 ZPO) begrün­det wur­de.

Die Ver­wer­fung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de kann gleich­zei­tig mit der Zurück­wei­sung des Antrags auf Bei­ord­nung eines Not­an­walts erfol­gen 2. Ein etwai­ger Antrag auf Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand im Hin­blick auf die ver­säum­te Begrün­dungs­frist nach der Ableh­nung des Bun­des­ge­richts­hofs, einen Not­an­walt zu bestel­len, ver­sprä­che kei­nen Erfolg. Einer Par­tei, wel­che trotz der Vor­nah­me zumut­ba­rer Bemü­hun­gen kei­nen zu ihrer Ver­tre­tung berei­ten Rechts­an­walt gefun­den hat, kann Wie­der­ein­set­zung wegen der Ver­säu­mung einer Rechts­mit­te­l­o­der Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­frist nur dann gewährt wer­den, wenn sie vor Frist­ab­lauf einen Antrag auf Bei­ord­nung eines Not­an­walts gestellt und dabei die Vor­aus­set­zun­gen hier­für sub­stan­ti­iert dar­ge­legt hat 3. Dies ist hier nicht der Fall, nach­dem eine Not­an­walts­be­stel­lung aus den vor­ste­hen­den Grün­den von vorn­her­ein nicht in Betracht kam.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. Okto­ber 2018 – III ZR 121/​18

  1. BGH, Beschluss vom 24.07.2014 – III ZR 81/​14, BeckRS 2014, 15945 Rn. 2; eben­so BGH, Beschluss vom 18.12 2012 – VIII ZR 239/​12, NJW 2013, 1011 Rn. 4; Beschluss vom 13.12 2016 – VIII ZR 241/​15, NJW-RR 2017, 187 Rn. 6[]
  2. BGH, Beschluss vom 19.02.2013 – VIII ZR 239/​12, BeckRS 2013, 05053 Rn. 4 f[]
  3. BGH, Beschluss vom 28.09.2017 – III ZR 93/​17, BeckRS 2017, 128304 Rn. 8 mwN[]