Trep­pen­sturz mit Fol­gen ?

Ist eine Trep­pe im Außen­be­reich hin­rei­chend sicher gestal­tet und wei­sen die Stei­ne der Trep­pe nur einen gering­fü­gi­gen Höhen­un­ter­schied auf, besteht bei einem Trep­pen­sturz kein Anspruch auf Scha­den­er­satz und Schmer­zens­geld.

Trep­pen­sturz mit Fol­gen ?

Aus die­sen Grün­den ist die Kla­ge der Besu­che­rin einer Kir­chen­mu­sik­ver­an­stal­tung gegen die Kir­chen­ge­mein­de wegen eines Trep­pen­stur­zes erfolg­los geblie­ben. Nach einer Kir­chen­mu­sik­ver­an­stal­tung stürz­te die Klä­ge­rin auf der letz­ten oder vor­letz­ten Stu­fe einer Trep­pe im Außen­be­reich der Kir­che. Die Trep­pe hat nur einen Hand­lauf auf der lin­ken Sei­te. Die spä­te­re Klä­ge­rin benutz­te jedoch die rech­te Sei­te.

Die Klä­ge­rin hielt die Trep­pe für nicht aus­rei­chend gesi­chert. Sie mein­te, Stei­ne mit unter­schied­li­chen Höhen rag­ten aus dem Boden und wegen der vie­len ihr ent­ge­gen­kom­men­den Men­schen habe sie die Sei­te ohne Hand­lauf benut­zen müs­sen. Des­halb woll­te sie Schmer­zens­geld in Höhe von 5.000,00 Euro und Ersatz wei­te­rer Schä­den in Höhe von 5.500,00 Euro.

Die Kir­chen­ge­mein­de ver­tei­dig­te sich damit, dass die Klä­ge­rin in der Nähe zur Kir­che wohnt und ihr die Trep­pe genau bekannt sei. Sie hät­te den Sturz leicht ver­mei­den kön­nen, wenn sie die lin­ke Sei­te der Trep­pe mit dem Hand­lauf benutzt hät­te.

Im Rah­men der Gerichts­ver­hand­lung redu­zier­te die Klä­ge­rin die in der Kla­ge ange­ge­be­nen ihr auf der Trep­pe ent­ge­gen­kom­men­den „Men­schen­mas­sen“ auf fünf bis sechs Per­so­nen. Aber auch die­se Anzahl konn­te von den ange­hör­ten Zeu­gen nicht bestä­tigt wer­den. Eine Zeu­gin gab gar an, dass sich zum Zeit­punkt des Stur­zes über­haupt kei­ne Per­so­nen auf der Trep­pen­sei­te mit dem Hand­lauf befun­den hät­ten.

Soweit die Klä­ge­rin die Stei­ne der Trep­pe rüg­te, stell­te das Gericht bei einem Augen­scheins­ter­min fest, dass die­se Stei­ne nur eine gering­fü­gig unter­schied­li­che Höhe auf­wei­sen. Es han­delt sich um gro­bes und im Bereich der Außen­an­la­gen von Kir­chen typi­sches Pflas­ter, des­sen Beschaf­fen­heit leicht zu erken­nen ist. Auch die Beleuch­tung der Trep­pe war für das Gericht aus­rei­chend. Des­halb gewann die beklag­te Kir­chen­ge­mein­de den Pro­zess und muss weder Scha­den­er­satz noch Schmer­zens­geld bezah­len.

Land­ge­richt Coburg, Urteil vom 13. April 2011 – 22 O 273/​10