Ver­gü­tung für Mehr­men­gen

Steht die nach § 2 Nr. 3 oder Nr. 5 VOB/​B zu bestim­men­de Ver­gü­tung für Mehr­men­gen oder geän­der­te Leis­tun­gen in einem auf­fäl­li­gen, wucher­ähn­li­chen Miss­ver­hält­nis zur Bau­leis­tung, kann die die­ser Preis­bil­dung zugrun­de lie­gen­de Ver­ein­ba­rung sit­ten­wid­rig und damit nich­tig sein.

Ver­gü­tung für Mehr­men­gen

Beträgt die nach § 2 Nr. 3 oder Nr. 5 VOB/​B zu bestim­men­de Ver­gü­tung das 22-fache des übli­chen Prei­ses, kann ein auf­fäl­li­ges Miss­ver­hält­nis vor­lie­gen. Ein auf­fäl­li­ges Miss­ver­hält­nis ist nur dann wucher­ähn­lich, wenn der auf­grund die­ses auf­fäl­li­gen Miss­ver­hält­nis­ses über das übli­che Maß hin­aus­ge­hen­de Preis­an­teil sowohl abso­lut gese­hen als auch im Ver­gleich zur Gesamt­auf­trags­sum­me in einer Wei­se erheb­lich ist, dass dies von der Rechts­ord­nung nicht mehr hin­ge­nom­men wer­den kann. Unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen besteht eine Ver­mu­tung für ein sitt­lich ver­werf­li­ches Gewinn­stre­ben des Auf­trag­neh­mers.

Hat der Auf­trag­neh­mer die­se Ver­mu­tung durch den Nach­weis ent­kräf­tet, ihm sei bei der Preis­bil­dung zu sei­nen Guns­ten ein Berech­nungs­feh­ler unter­lau­fen, so ver­stößt es gegen Treu und Glau­ben und stellt eine unzu­läs­si­ge Rechts­aus­übung dar, wenn er den hier­auf beru­hen­den, in einem auf­fäl­li­gen, wucher­ähn­li­chen Miss­ver­hält­nis zur Bau­leis­tung ste­hen­den Preis für Mehr­men­gen oder geän­der­te Leis­tun­gen ver­langt.

Vor­be­halt­lich ande­rer Anhalts­punk­te zum mut­maß­li­chen Par­tei­wil­len ist in die­sen Fäl­len ent­spre­chend § 632 Abs. 2 BGB die übli­che Ver­gü­tung geschul­det 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 14. März 2013 – VII ZR 116/​12

  1. im Anschluss an BGH, Urteil vom 07.03.2013 – VII ZR 68/​10[]