Erzwin­gungs­haft – und die sofor­ti­ge Beschwerde

Bei einem Haft­be­fehl gemäß § 802g Abs. 1 ZPO han­delt es sich um ein Zwangs­mit­tel im Sin­ne von § 570 Abs. 1 ZPO. Der sofor­ti­gen Beschwer­de und der Rechts­be­schwer­de (§ 575 Abs. 5 ZPO) gegen einen Haft­be­fehl kommt damit auf­schie­ben­de Wir­kung zu.

Erzwin­gungs­haft – und die sofor­ti­ge Beschwerde

Gemäß § 570 Abs. 1 ZPO kommt der sofor­ti­gen Beschwer­de auf­schie­ben­de Wir­kung zu, wenn sie die Fest­set­zung eines Ord­nungs- oder Zwangs­mit­tels zum Gegen­stand hat; die Vor­schrift gilt nach § 575 Abs. 5 ZPO im Rechts­be­schwer­de­ver­fah­ren ent­spre­chend. Bei dem mit der Rechts­be­schwer­de ange­foch­te­nen Haft­be­fehl gemäß § 802g Abs. 1 ZPO, mit dem die Ertei­lung der Ver­mö­gens­aus­kunft erzwun­gen wer­den soll, han­delt es sich um ein Zwangs­mit­tel im Sin­ne von § 570 Abs. 1 ZPO1. Nach ihrem aus­drück­lich wei­ten Wort­laut schließt die Vor­schrift auch Maß­nah­men der Zwangs­voll­stre­ckung ein2.

Eines zusätz­li­chen Aus­set­zungs­be­schlus­ses bedarf es somit nicht. Es besteht des­halb kein Rechts­schutz­be­dürf­nis für ein Ver­fah­ren zur Her­bei­füh­rung eines Aus­set­zungs­be­schlus­ses gemäß § 570 Abs. 3, § 575 Abs. 5 ZPO.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Juni 2021 – I ZB 30/​21

  1. vgl. BVerfG, NJW 2018, 531 Rn. 22[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 17.08.2011 – I ZB 20/​11, GRUR 2012, 427 Rn. 8 bis 10 – Auf­schie­ben­de Wir­kung; Beschluss vom 16.05.2012 – I ZB 52/​11 6; vgl. auch Zöller/​Heßler, ZPO, 33. Aufl., § 570 Rn. 2[]

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