Wider­ruf eines Ver­tra­ges – und die Erstat­tung außer­ge­richt­li­cher Anwalts­kos­ten

Ein Wider­ru­fen­der, der sich für den Wider­ruf anwalt­li­cher Hil­fe bedient, kann selbst dann Zah­lung der von ihm ver­aus­lag­ten vor­ge­richt­li­chen Anwalts­kos­ten nicht aus Ver­zug ver­lan­gen, wenn sich die Dar­le­hens­ver­trä­ge auf­grund des Wider­rufs in ein Rück­ge­währ­schuld­ver­hält­nis umge­wan­delt haben soll­ten.

Wider­ruf eines Ver­tra­ges – und die Erstat­tung außer­ge­richt­li­cher Anwalts­kos­ten

Da der vor­ge­richt­lich man­da­tier­te Rechts­an­walt als Ver­tre­ter des Wider­ru­fen­den den Wider­ruf erklärt hat, ist er, was aber Vor­aus­set­zung der Erstat­tungs­fä­hig­keit wäre, nicht nach Ein­tritt des Schuld­ner­ver­zugs man­da­tiert wor­den [1].

Der Wider­ru­fen­de kann die Erstat­tung vor­ge­richt­lich ver­aus­lag­ter Anwalts­kos­ten auch nicht mit der Begrün­dung ver­lan­gen, der Ver­trags­part­ner schul­de ihm Scha­dens­er­satz, weil er sei­ne Ver­pflich­tung zur Ertei­lung einer ord­nungs­ge­mä­ßen Wider­rufs­be­leh­rung ver­letzt habe [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 9. Mai 2017 – XI ZR 314/​15

  1. BGH, Urteil vom 21.02.2017 – XI ZR 467/​15, Rn. 31[]
  2. BGH, Urteil vom 21.02.2017 aaO Rn. 34 f.[]