Zwi­schen­ver­fü­gung des Grund­buch­amts – und ihr zuläs­si­ger Inhalt

Durch den Erlass einer Zwi­schen­ver­fü­gung nach § 18 Abs. 1 Satz 1 GBO sol­len dem Antrag­stel­ler der Rang und die sons­ti­gen Rechts­wir­kun­gen erhal­ten blei­ben, die sich nach dem Ein­gang des Antrags rich­ten und durch des­sen sofor­ti­ge Zurück­wei­sung ver­lo­ren gin­gen [1].

Zwi­schen­ver­fü­gung des Grund­buch­amts – und ihr zuläs­si­ger Inhalt

Die Vor­schrift bezieht sich auf die Besei­ti­gung eines der Ein­tra­gung ent­ge­gen­ste­hen­den Hin­der­nis­ses und ist nicht anwend­bar, wenn der Man­gel des Antrags nicht mit rück­wir­ken­der Kraft geheilt wer­den kann [2].

Mit einer Zwi­schen­ver­fü­gung kann dem Antrag­stel­ler des­halb nicht auf­ge­ge­ben wer­den, eine erst noch zu erklä­ren­de Ein­tra­gungs- oder Löschungs­be­wil­li­gung des von der Ein­tra­gung unmit­tel­bar Betrof­fe­nen bei­zu­brin­gen [3]. Der Antrag ist dann zurück­zu­wei­sen.

So ver­hält es sich auch, wenn meh­re­re Per­so­nen Inha­ber des von der Ein­tra­gung bzw. Löschung betrof­fe­nen Rechts sind, aber nur eini­ge von ihnen die Bewil­li­gung erklärt haben [4].

Danach lag in dem hier ent­schie­de­nen Fall eine unzu­läs­si­ge Zwi­schen­ver­fü­gung des Grund­buch­amts vor. Es hat der Betei­lig­ten auf­ge­ge­ben, die Löschungs­be­wil­li­gun­gen der wei­te­ren Vor­kaufs­be­rech­tig­ten vor­zu­le­gen, weil es einen von meh­re­ren Vor­kaufs­be­rech­tig­ten auch dann nicht für befugt hält, allein die Löschung des Vor­kaufs­rechts zu bewil­li­gen, wenn eine Gesamt­be­rech­ti­gung nach § 428 BGB im Grund­buch ein­ge­tra­gen ist. Von sei­nem Stand­punkt aus hät­te das Grund­buch­amt kei­ne Zwi­schen­ver­fü­gung erlas­sen dür­fen, son­dern hät­te eine Ver­bes­se­rung des Antrags anre­gen oder – bei Vor­lie­gen nach­fol­gen­der Ein­tra­gungs­an­trä­ge – den Löschungs­an­trag der Betei­lig­ten zurück­wei­sen müs­sen.

Hat das Beschwer­de­ge­richt, wie hier, die Beschwer­de gegen eine unzu­läs­si­ge Zwi­schen­ver­fü­gung zurück­ge­wie­sen, sind auf die Rechts­be­schwer­de sein Beschluss und die Zwi­schen­ver­fü­gung des Grund­buch­amts auf­zu­he­ben. Eine Ent­schei­dung in der Sache ist dem Rechts­be­schwer­de­ge­richt nicht mög­lich, weil Gegen­stand des Rechts­be­schwer­de­ver­fah­rens nur die Zwi­schen­ver­fü­gung und nicht der Ein­tra­gungs­an­trag ist [5].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Okto­ber 2016 – V ZB 98/​15

  1. BGH, Beschluss vom 26.09.2013 – V ZB 152/​12, NJW 2014, 1002 Rn. 6[]
  2. BGH, Beschluss vom 23.05.1958 – V ZB 12/​58, BGHZ 27, 310, 313; Beschluss vom 26. Sep- tem­ber 2013 – V ZB 152/​12, aaO; Beschluss vom 26.06.2014 – V ZB 1/​12, FGPrax 2014, 192 Rn. 6[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 26.06.2014 – V ZB 1/​12, aaO; Bay­O­bLG, Mitt­BayNot 1989, 312 und NJW-RR 2004, 1533, 1534; OLG Hamm, Mitt­BayNot 2003, 386; OLG Düs­sel­dorf, NJW-RR 2016, 141 Rn. 11; OLG Zwei­brü­cken, OLGZ 1991, 153, 154; Beck­OK-GBO/­Zei­ser, 27. Edi­ti­on, § 18 Rn. 17; KEHE/​Volmer, Grund­buch­recht, 7. Aufl., § 18 Rn. 25[]
  4. vgl. Bay­O­bLGZ 1988, 229, 231 und Mitt­BayNot 1995, 296, 297; OLG Düs­sel­dorf, NJW-RR 2013, 1174[]
  5. BGH, Beschluss vom 26.09.2013 – V ZB 152/​12, NJW 2014, 1002 Rn. 10, 11; Beschluss vom 26.06.2014 – V ZB 1/​12, FGPrax 2014, 192 Rn. 10[]