Bür­ger­li­che Klei­dung

Auf­wen­dun­gen für bür­ger­li­che Klei­dung sind auch nicht antei­lig Wer­bungs­kos­ten.

Bür­ger­li­che Klei­dung

Bei der Ermitt­lung der Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit sind Auf­wen­dun­gen als Wer­bungs­kos­ten (§ 9 Abs. 1 Satz 1 EStG)) abzu­zie­hen, wenn sie durch die Ein­künf­te­er­zie­lung ver­an­lasst sind. Eine sol­che Ver­an­las­sung ist gege­ben, wenn die Auf­wen­dun­gen mit der Ein­künf­te­er­zie­lung objek­tiv zusam­men­hän­gen und ihr sub­jek­tiv zu die­nen bestimmt sind, d.h. wenn sie damit in wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang ste­hen. Ob Auf­wen­dun­gen der beruf­li­chen Sphä­re oder der pri­va­ten Lebens­füh­rung i.S. von § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG zuzu­rech­nen sind, ent­schei­det sich unter Wür­di­gung der Umstän­de des Ein­zel­falls. § 12 Nr. 1 Satz 2 EStG ent­hält kein all­ge­mei­nes Auf­tei­lungs- und Abzugs­ver­bot, so dass die Vor­schrift einer Auf­tei­lung von gemischt ver­an­lass­ten, aber anhand ihrer beruf­li­chen bzw. pri­va­ten Antei­le trenn­ba­ren Auf­wen­dun­gen nicht ent­ge­gen­steht. Die Auf­wen­dun­gen sind grund­sätz­lich anhand der pri­va­ten bzw. beruf­li­chen Ver­an­las­sungs­bei­trä­ge auf­zu­tei­len. Ist ein abgrenz­ba­rer Teil der Auf­wen­dun­gen beruf­lich ver­an­lasst, ist die­ser als Wer­bungs­kos­ten abzieh­bar. Zwar ist auch eine Auf­tei­lung von Auf­wen­dun­gen für bür­ger­li­che Klei­dung bei fest­ste­hen­der Arbeits­zeit mög­lich. Der­ar­ti­ge Auf­wen­dun­gen sind aber nach den Vor­schrif­ten über das steu­er­li­che Exis­tenz­mi­ni­mum grund­sätz­lich dem Anwen­dungs­be­reich des § 9 EStG ent­zo­gen. Inwie­weit gleich­wohl ein beruf­li­cher Mehr­auf­wand zu berück­sich­ti­gen ist, bleibt in ers­ter Linie der Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers über­las­sen (vgl. z.B. § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 6 EStG: "typi­sche Berufs­klei­dung"1).

Die Beur­tei­lung der Abzieh­bar­keit der Auf­wen­dun­gen für bür­ger­li­che Klei­dung ent­spricht damit im Ergeb­nis der BFH-Recht­spre­chung vor Erge­hen des Beschlus­ses in BFHE 227, 1, BSt­Bl II 2010, 6722.

Dem­ge­mäß sind auch die Auf­wen­dun­gen für als "Busi­ness-Klei­dung" bezeich­ne­te Klei­dungs­stü­cke sol­che für bür­ger­li­che Klei­dung und daher nicht als Wer­bungs­kos­ten bei der Ermitt­lung der Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit zu berück­sich­ti­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof – Beschluss vom 13. November2013 – VI B 40/​13

  1. BFH, Beschluss vom 21.09.2009 – GrS 1/​06, BFHE 227, 1, BSt­Bl II 2010, 672, C.III. 4.a []
  2. z.B. BFH, Urtei­le vom 06.07.1989 – IV R 91−92÷87, BFHE 158, 221, BSt­Bl II 1990, 49; vom 18.04.1991 – IV R 13/​90, BFHE 164, 419, BSt­Bl II 1991, 751; BFH, Urtei­le vom 20.03.1992 – VI R 55/​89, BFHE 168, 83, BSt­Bl II 1993, 192; vom 27.05.1994 – VI R 67/​92, BFHE 175, 57, BSt­Bl II 1995, 17; vgl. auch BFH, Urteil vom 05.07.2012 – VI R 50/​10, BFHE 238, 405, BSt­Bl II 2013, 282 []