Die gemein­sa­me Anfer­ti­gung eines Schrift­sat­zes mit dem Man­dan­ten

Ein Rechts­mit­tel­be­grün­dungs­schrift­satz genügt den Anfor­de­run­gen des § 62 Abs. 4 FGO im Hin­blick auf den Zweck die­ser Rege­lung nur dann, wenn der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te sich mit dem Streit­stoff befasst, ihn ins­be­son­de­re gesich­tet, geprüft und recht­lich durch­ge­ar­bei­tet hat [1]. Der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te muss die vol­le Ver­ant­wor­tung für die Begrün­dung der Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de über­neh­men; die Begrün­dung muss daher von ihm selbst stam­men [2].

Die gemein­sa­me Anfer­ti­gung eines Schrift­sat­zes mit dem Man­dan­ten

Ein Begrün­dungs­schrift­satz, der „gemein­sam“ mit der Man­dan­tin unter Bin­dung an deren Wei­sun­gen erstellt wor­den ist, erfüllt die­se Anfor­de­run­gen nicht.

Hin­zu kam im vor­lie­gen­den Fall, dass auch der Inhalt der Beschwer­de­be­grün­dung, die die gesetz­li­chen Zulas­sungs­grün­de nicht ein­mal erwähnt, es nach Ansicht des Bun­des­fi­nanz­hofs als aus­ge­schlos­sen erschei­nen lässt, dass der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­te –ein Voll­ju­rist– den für die Füh­rung eines Rechts­mit­tel­ver­fah­rens erheb­li­chen Streit­stoff selbst durch­ge­ar­bei­tet haben könn­te.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 5. Novem­ber 2013 – X B 41/​13

  1. vgl. hier­zu BFH, Beschlüs­se vom 11.03.2003 – VII B 356/​02, BFH/​NV 2003, 817; und vom 29.03.2007 – VII B 297/​06, BFH/​NV 2007, 1339[]
  2. BFH, Beschluss vom 17.10.2003 – XI B 145/​02, BFH/​NV 2004, 348[]