Rat­ge­ber Bestat­tungs­vor­sor­ge – was gilt es aus recht­li­cher Sicht zu klären?

Das The­ma Bestat­tungs­vor­sor­ge ist in Deutsch­land für immer mehr Men­schen eine Ange­le­gen­heit, die sie noch zu Leb­zei­ten klä­ren möch­ten. Zum einen sol­len finan­zi­el­le Din­ge geklärt wer­den, zum ande­ren ist es mög­lich, eige­ne Wün­sche zu adres­sie­ren. Immer mehr Men­schen beschäf­ti­gen sich noch zu Leb­zei­ten mit dem eige­nen Tod und schie­ben die­se Gedan­ken nicht mehr auf die Zukunft. Dies hat auch den Vor­teil, dass Ent­schei­dun­gen dann getrof­fen wer­den, wenn kein Stress anliegt.

Rat­ge­ber Bestat­tungs­vor­sor­ge – was gilt es aus recht­li­cher Sicht zu klären?

Tes­ta­men­te, finan­zi­el­le Absi­che­run­gen und auch Ver­si­che­rungs­the­men kön­nen zu Leb­zei­ten per­fekt geklärt wer­den. Den Ange­hö­ri­gen kann durch ein umsei­ti­ges Han­deln jede Men­ge an Zeit, Stress sowie Geld erspart wer­den. Im digi­ta­len Zeit­al­ter gilt es dar­über hin­aus auch zu klä­ren, wel­che Kon­ten und Depot wo ange­legt sind und mit wel­chen Zugangs­da­ten man die­se errei­chen kann. Wer Gedan­ken zum The­ma Bestat­tungs­vor­sor­ge inkl. finan­zi­el­ler The­men mit sich trägt, soll­te sich ein Herz fas­sen und die Din­ge recht­zei­tig klären.

Das Tes­ta­ment: Was kann zu Leb­zei­ten geklärt werden?

Nach §1937 des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches, kurz BGB ist es mög­lich im Tes­ta­ment zu klä­ren, wer nach dem Tod den Besitz erbt. Dabei kön­nen ent­spre­chend der gesetz­li­chen Mög­lich­kei­ten Erb­fol­gen auf­ge­ho­ben wer­den und Per­so­nen beson­ders begüns­tigt wer­den. Zu Leb­zei­ten kann auch ein Erb­ver­trag nach § 1941 des Bür­ger­li­chen Gesetz­bu­ches abge­schlos­sen wer­den. Die­ser kann zwi­schen dem Erb­las­ser und den Erben abge­schlos­sen wer­den. Als Ein­zel­per­son besteht die Mög­lich­keit, dass ein pri­vat­schrift­li­ches Tes­ta­ment auf­ge­setzt wer­den kann. Alter­na­tiv ist es mög­lich, dass nach § 2232 des BGB ein nota­ri­el­les Tes­ta­ment defi­niert wer­den kann. Die­ses wird durch einen Notar beglau­bigt und gilt als öffent­li­ches Testament.

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Wer in einer Ehe lebt, kann ein gemein­schaft­li­ches Tes­ta­ment auf­set­zen. Die­ses sorgt dafür, dass sich die Ehe­part­ner zum Bei­spiel gegen­sei­tig als Allein­er­ben ein­set­zen. Die­se Art des Tes­ta­men­tes wird auch als Ber­li­ner Tes­ta­ment in der Umgangs­spra­che definiert.

Schen­kun­gen zu Leb­zei­ten: Wie Erb­strei­tig­kei­ten umgan­gen wer­den können

Um Strei­tig­kei­ten bei einem klas­si­schen Tes­ta­ment oder Erb­ver­trag zu umge­hen ist es mög­lich, dass auch eine Schen­kung zu Leb­zei­ten defi­niert wer­den kann. Der gro­ße Vor­teil dabei besteht dar­in, dass die Rege­lun­gen zu einer Schen­kung deut­lich ein­fa­cher sind, als es bei einer Erb­schaft der Fall ist. Durch die Schen­kung wird das Ver­mö­gen des Erb­las­sers deut­lich redu­ziert und zwar schon zu Leb­zei­ten. Die Schen­kung sorgt also direkt dafür, dass das spä­ter auf­zu­tei­len­de Erbe deut­lich redu­ziert wird. Da Erbe, bzw. der Wert des Nach­las­ses wird in der Regel zum Todes­zeit­punkt des Erb­las­sers defi­niert. Das bedeu­tet, dass eine frü­he­re Schen­kung nicht in die Erb­mas­se inklu­diert wird.

Der Gesetz­ge­ber hat jedoch durch den Para­gra­phen 2325 dafür gesorgt, dass die pflicht­teils­be­rech­ti­gen Per­so­nen nicht um ihr Erbe gebracht wer­den kön­nen. Der Para­graph sorgt dafür, dass Schen­kun­gen nur dann nicht berück­sich­tigt wer­den, wenn sie mehr als 10 Jah­re vor dem Tod voll­zo­gen wor­den sind.

Das Schen­kungs­ver­spre­chen muss zu Leb­zei­ten schrift­lich ver­fasst wer­den. Es ist zu emp­feh­len, dass nach § 518 des BGB eine ent­spre­chen­de Beglau­bi­gung durch einen Notar voll­zo­gen wird. Die­se sorgt dafür, dass Kraft Geset­zes das Ver­mö­gen im Vor­feld ver­teilt wer­den kann. Sofern die Schen­kung mehr als 10 Jah­re vor dem Tod voll­zo­gen wird, kön­nen Strei­tig­kei­ten somit ein­deu­tig aus dem Weg geräumt wer­den. Eine mög­li­che Erb­schafts­steu­er kann zum Teil gespart wer­den, wenn man sich zu Leb­zei­ten dazu ent­schei­det, eine ent­spre­chen­de Schen­kung zu ver­ein­ba­ren. Zu beach­ten ist, dass die Höhe der Frei­be­trä­ge beach­tet wird. Sofern die­se Frei­be­trä­ge über­trof­fen wer­den ist es erfor­der­lich, dass so genann­te Schen­kungs­steu­ern erho­ben wer­den können.

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Wel­che Kos­ten fal­len bei einem Notar für das Tes­ta­ment an?

Die Höhe der Kos­ten sind davon abhän­gig, wel­che Sum­men ver­erbt wer­den, bzw. wie hoch das Ver­mö­gen ist. Gene­rell gibt es Kos­ten für die Beur­kun­den des Tes­ta­men­tes, die sich unter­schei­den, ob ein Ein­zel­tes­ta­ment auf­ge­setzt wird, oder ein gemein­schaft­li­ches Tes­ta­ment auf­ge­setzt wer­den soll.

Bei einem Erbe in Höhe von 50.000 Euro ist mit Gebüh­ren von etwa 165 Euro bei einem Ein­zel­tes­ta­ment und rund 330 Euro bei einem gemein­schaft­li­chen Tes­ta­ment zu rech­nen. Soll­te die Sum­me bei 500.000 Euro lie­gen, sind bei einem Ein­zel­tes­ta­ment mit etwa 935 Euro Gebüh­ren zu rech­nen und bei einem gemein­schaft­li­chen Tes­ta­ment mit rund 1.870 Euro an Gebühren.

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