Wein­wer­be­ab­ga­be

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt (an der Wein­stra­ße) hat die Kla­gen zwei­er Win­zer abge­wie­sen, die sich dage­gen weh­ren, Abga­ben für den Deut­schen Wein­fonds und die Gebiets­wein­wer­bung zu zah­len. Das Ver­wal­tungs­ge­richt hält die Abga­ben nicht für ver­fas­sungs­wid­rig.

Wein­wer­be­ab­ga­be

Die bei­den Klä­ger bewirt­schaf­ten Wein­ber­ge in der Pfalz. Für das Jahr 2009 wur­den sie von der Stadt Edenkoben bzw. der Orts­ge­mein­de Stein­wei­ler zu Abga­ben in Höhe von 559,76 € bzw. 625,78 € für den Deut­schen Wein­fonds und 643,31 € bzw. 719,18 € für die Gebiets­wein­wer­bung her­an­ge­zo­gen. Der Deut­sche Wein­fonds ist als Anstalt des öffent­li­chen Rechts eine staat­li­che Ein­rich­tung, die den Absatz des deut­schen Weins för­dern soll. Die Abga­be für die Gebiets­wein­wer­bung kommt dem ein­ge­tra­ge­nen Ver­ein „Pfalz­wein e. V.” zugu­te, wel­cher für den Wein aus der Pfalz wirbt.

Nach­dem das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Jahr 2009 die Abga­ben an den Absatz­fonds der Land- und Ernäh­rungs­wirt­schaft („CMA“) [1] und den der Forst- und Holz­wirt­schaft [2] für ver­fas­sungs­wid­rig erklärt hat­te, leg­ten die Klä­ger gegen die Abga­ben­be­schei­de Wider­spruch ein. Sie machen gel­tend, die Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts sei­en auf die Wein­wirt­schaft über­trag­bar mit der Fol­ge, dass auch die Wein­wer­be­ab­ga­ben als unzu­läs­si­ge Son­der­ab­ga­ben ver­fas­sungs­wid­rig sei­en. Nach erfolg­lo­sem Wider­spruchs­ver­fah­ren haben sie Kla­ge zum Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt erho­ben.

Die Kla­gen blie­ben – wie zuvor bereits die Kla­ge eines ande­ren Win­zers vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz [3] – ohne Erfolg: Das Ver­wal­tungs­ge­richt hält die Abga­ben­für den Deut­schen Wein­fonds und die Gebiets­wein­wer­bung nicht für ver­fas­sungs­wid­rig. Die deut­sche Wein­wirt­schaft sei im inter­na­tio­na­len Wett­be­werb benach­tei­ligt. Des­halb hal­te der Gesetz­ge­ber eine staat­lich orga­ni­sier­te Gemein­schafts­wer­bung für not­wen­dig. Die­se gesetz­ge­be­ri­sche Ein­schät­zung sei trotz beacht­li­cher Argu­men­te der Klä­ger nicht wider­legt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urtei­le vom 10. Juni 2010 – 2 K 1222/​09.NW und 2 K 16/​10.NW

  1. BVerfG, Ur­teil vom 03.022009 – 2 BvL 54/​06[]
  2. BVerfG, Be­schluss vom 12.05.2009 – 2 BvR 743/​01[]
  3. VG Koblenz, Urteil vom 16.12.2009 – 5 K 639/​09.KO[]