Beru­fungs­be­grün­dung – und ihre Schlüs­sig­keit

Nach § 66 Abs. 1 Satz 1 ArbGG, §§ 519, 520 ZPO muss die Beru­fungs­be­grün­dung die Umstän­de bezeich­nen, aus denen sich die Rechts­ver­let­zung durch das ange­foch­te­ne Urteil und deren Erheb­lich­keit für das Ergeb­nis der Ent­schei­dung ergibt.

Beru­fungs­be­grün­dung – und ihre Schlüs­sig­keit

Die Rege­lung soll gewähr­leis­ten, dass der Rechts­streit für die Beru­fungs­in­stanz durch eine Zusam­men­fas­sung und Beschrän­kung des Rechts­stoffs aus­rei­chend vor­be­rei­tet wird. Die Beru­fungs­be­grün­dung muss des­halb auf den Streit­fall zuge­schnit­ten sein.

Eine schlüs­si­ge Begrün­dung kann zwar nicht ver­langt wer­den. Doch muss sich die Beru­fungs­be­grün­dung mit den recht­li­chen oder tat­säch­li­chen Argu­men­ten des ange­foch­te­nen Urteils befas­sen, wenn sie die­se bekämp­fen will [1].

Bei meh­re­ren Streit­ge­gen­stän­den muss für jeden Streit­ge­gen­stand eine sol­che Begrün­dung gege­ben wer­den. Fehlt sie zu einem Streit­ge­gen­stand, ist die Beru­fung inso­weit unzu­läs­sig [2].

Lan­des­ar­beits­ge­richt Baden ‑Würt­tem­berg, Urteil vom 11. Sep­tem­ber 2015 – 1 Sa 5/​15

  1. zuletzt BAG 19.02.2013 – 9 AZR 543/​11; BAG 16.05.2012 – 4 AZR 245/​10 – NZA – RR 2012, 599[]
  2. BAG 15.03.2006 – 4 AZR 73/​05 – AP ZPO § 551 Nr. 63; BAG 12.11.2002 – 1 AZR 632/​01 – AP BetrVG 1972 § 112 Nr. 155; jeweils zur ver­gleich­ba­ren Vor­schrift des § 551 Abs. 3 Nr. 2 ZPO[]