Per­so­nal­rats­be­tei­li­gung bei Pro­be­zeit­kün­di­gung

Ver­wei­gert der Per­so­nal­rat die nach dem Lan­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­recht vor Aus­spruch einer Pro­be­zeit­kün­di­gung erfor­der­li­che Zustim­mung, kann die Kün­di­gung auch dann erst nach Ablauf der gesetz­li­chen Äuße­rungs­frist wirk­sam erfol­gen, wenn die für die Zustim­mungs­ver­wei­ge­rung ange­führ­ten Grün­de recht­lich unbe­acht­lich sind.

Per­so­nal­rats­be­tei­li­gung bei Pro­be­zeit­kün­di­gung

Dies führt zwar, wor­auf das Bun­des­ar­beits­ge­richt aus­drück­lich hin­weist, dazu, dass der betrof­fe­ne öffent­li­che Arbeit­ge­ber die Pro­be­zeit nicht voll aus­schöp­fen kön­ne, weil er den Per­so­nal­rat so recht­zei­tig betei­li­gen muss, dass das Mit­be­stim­mungs­ver­fah­ren spä­tes­tens am letz­ten Tag der Pro­be­zeit abge­schlos­sen sei. Das ist jedoch Fol­ge des nach dem Lan­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­recht (in ent­schie­de­nen Rechts­streit des Lan­des Ber­lin) dem Per­so­nal­rat auch für Pro­be­zeit­kün­di­gun­gen von Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­sen unein­ge­schränkt ein­ge­räum­ten Mit­be­stim­mungs­rechts. Die­ses Mit­be­stim­mungs­recht kön­nen die Behör­den des beklag­ten Lan­des nicht dadurch kon­ter­ka­rie­ren, dass sie unter Hin­weis auf Schwie­rig­kei­ten in der prak­ti­schen Hand­ha­bung des Mit­be­stim­mungs­ver­fah­rens von sei­ner ord­nungs­ge­mä­ßen Durch­füh­rung abse­hen. Das Lan­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­recht ist von den Behör­den des beklag­ten Lan­des zu beach­ten. Sofern das beklag­te Land das gegen­wär­ti­ge Mit­be­stim­mungs­ver­fah­ren bei Pro­be­zeit­kün­di­gun­gen für nicht sach­ge­recht hält, bleibt es ihm unbe­nom­men, die lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen der Betei­li­gung des Per­so­nal­rats in die­sen Fäl­len zu ändern.

Bun­des­ar­beits­ge­richt, Urteil vom 19. Novem­ber 2009 – 6 AZR 800/​08