Berufs­ge­richt­li­che Ver­fah­ren – und das Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung

Berufs­ge­richt­li­che Maß­nah­men im Anschluss an eine straf­recht­li­che Ver­ur­tei­lung (hier: eines Steu­er­be­ra­ters) ver­sto­ßen nicht gegen das sich aus Art. 103 Abs. 3 GG erge­ben­de Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung.

Berufs­ge­richt­li­che Ver­fah­ren – und das Ver­bot der Dop­pel­be­stra­fung

Ein Ver­stoß gegen den Grund­satz "ne bis in idem" liegt nicht vor, weil berufs­ge­richt­li­che Maß­nah­men nicht auf­grund der all­ge­mei­nen Straf­ge­set­ze im Sin­ne des Art. 103 Abs. 3 GG ver­hängt wer­den [1].

Soweit im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall der sowohl als Steu­er­be­ra­ter wie als Wirt­schafts­prü­fer täti­ge Beschwer­de­füh­rer die bestehen­de Beson­der­heit par­al­le­ler berufs­ge­richt­li­cher Ver­fah­ren gel­tend macht, ist ein Rechts­feh­ler bei der Sank­ti­ons­be­mes­sung nach Ansicht des Bun­des­ge­richts­hofs nicht vor­han­den. Das Ober­lan­des­ge­richt hat die Wir­kun­gen der von der Wirt­schafts­prü­ferkam­mer des Land­ge­richts Ber­lin ver­häng­ten berufs­ge­richt­li­chen Maß­nah­me im Rah­men der Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­prü­fung aus­drück­lich berück­sich­tigt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Sep­tem­ber 2015 – StbSt® 2/​15

  1. vgl. BVerfG, Beschluss vom 29.10.1969 – 2 BvR 545/​68, BVerfGE 27, 180, 184 ff.[]