Aus­schluss­frist bei der Berufs­be­treu­er­ver­gü­tung

Die Aus­schluss­frist für die Gel­tend­ma­chung von Ver­gü­tungs­an­sprü­chen eines Berufs­be­treu­ers wird durch ein an das Betreu­ungs­ge­richt gerich­te­tes Schrei­ben, mit dem „vor­sorg­lich zur Fris­t­wah­rung ein Ver­gü­tungs­an­trag gestellt“ wird, nicht gewahrt, wenn der Antrag ansons­ten kei­ner­lei Anga­ben zur Prü­fung des Stun­den­an­sat­zes ent­hält.

Aus­schluss­frist bei der Berufs­be­treu­er­ver­gü­tung

Der Ver­gü­tungs­an­spruch des Berufs­be­treu­ers ist inner­halb einer Frist von 15 Mona­ten nach sei­ner Ent­ste­hung bei dem Vor­mund­schafts­ge­richt gel­tend zu machen. Wird die­se von Amts wegen zu berück­sich­ti­gen­de [1] Frist ver­säumt, erlischt der Ver­gü­tungs­an­spruch, §§ 1908i Abs. 1 S. 1, 1836 Abs. 1 S. 3 BGB, 2 Abs. 1 S. 1 VBVG, mit der Fol­ge, dass ein auf sei­ne Bewil­li­gung gerich­te­ter Antrag zurück­zu­wei­sen ist. Die Aus­schluss­frist für die Gel­tend­ma­chung von Ver­gü­tungs­an­sprü­chen eines Berufs­be­treu­ers beginnt mit dem Ablauf des Abrech­nungs­quar­tals zu lau­fen [2].

Nach dem Sinn und Zweck der Aus­schluss­frist [3] muss der Ver­gü­tungs­an­trag es dem Kos­ten­be­am­ten ermög­li­chen, die (zutref­fen­de) Ver­gü­tungs­hö­he zu prü­fen und fest­zu­stel­len. Grund­sätz­lich unzu­rei­chend ist des­halb die pau­scha­le Anmel­dung von Ansprü­chen, die über­haupt kei­ne Prü­fung der Ver­gü­tungs­hö­he ermög­licht [4]. Dies gilt auch, wenn ledig­lich ein Anspruch auf eine pau­scha­lier­te (Stun­den-)Ver­gü­tung nach § 5 VBVG besteht. Die dor­ti­gen Pau­scha­len dif­fe­ren­zie­ren u.a. nach den Ver­mö­gens­ver­hält­nis­sen des Betreu­ten und sei­nem gewöhn­li­chen Auf­ent­halt. Der Berufs­be­treu­er hat des­halb zumin­dest die inso­weit für die Berech­nung maß­geb­li­chen Tat­sa­chen dar­zu­le­gen [5].

Dem Ein­wand, nach dem zum dama­li­gen Zeit­punkt bekann­ten Akten­in­halt hät­te zumin­dest eine nach aus § 5 VBVG fol­gen­de Min­dest­ver­gü­tung fest­ge­setzt wer­den kön­nen, steht bereits der Umstand ent­ge­gen, dass ein sol­cher Antrag nicht gestellt wor­den ist. Auch war eine sol­che Fest­set­zung nicht mög­lich, weil die Min­dest­ver­gü­tung nur bei Mit­tel­lo­sig­keit des Betrof­fe­nen in Betracht kommt und in die­sem Fall der Antrag gegen die Staats­kas­se zu rich­ten gewe­sen wäre.

Kam­mer­ge­richt, Beschluss vom 31. Janu­ar 2013 – 1 W 169/​12

  1. OLG Köln, Beschluss vom 29.08.2008 – 4 WF 92/​08[]
  2. KG, Beschluss vom 14.10.2008 – 1 W 392/​08, FGPrax 2009, 63[]
  3. hier­zu BT-Drs. 13/​7158, S. 23, 27[]
  4. OLG Hamm, FGPrax 2009, 161, 162; KG, Beschluss vom 05.04.2011 – 1 W 518/​10, FGPrax 2011, 235, 236; Wagenitz, in Münch­Komm-BGB/, 5. Aufl., § 2 VBVG, Rdn. 3; Bet­tin, in: Beck­OK, BGB, 2012, § 1836, Rdn.20[]
  5. vgl. OLG Hamm, a.a.O.; Jaschin­ski, in: Juris­PK BGB, 2012, § 2 VBVG, Rdn. 12[]