Betreu­er­ver­gü­tung – und die Fra­ge ihrer Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit

Die gesetz­li­che Rege­lung zur Ver­gü­tung von Berufs­be­treu­ern in §§ 4, 5 VBVG ist nach Auf­fas­sung des Bun­des­ge­richts­hofs auch im Hin­blick auf die Berufs­frei­heit der Betreue­rin nach Art. 12 Abs. 1 GG nicht ver­fas­sungs­wid­rig.

Betreu­er­ver­gü­tung – und die Fra­ge ihrer Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit

Zwar greift die gesetz­li­che Regle­men­tie­rung der Betreu­er­ver­gü­tung in die Frei­heit der Berufs­aus­übung ein. Dem­entspre­chend muss die Rege­lung durch aus­rei­chen­de Grün­de des Gemein­wohls gerecht­fer­tigt sein und außer­dem den Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit wah­ren 1. Davon ist das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Ver­gan­gen­heit aber wie­der­holt aus­ge­gan­gen. Es hat die gesetz­li­che Rege­lung sowohl bezüg­lich der Stun­den­sät­ze 2 als auch hin­sicht­lich der gesetz­lich fest­ge­leg­ten Stun­den­an­zahl 3 als ver­fas­sungs­ge­mäß ange­se­hen.

Dabei hat es unter ande­rem auf das zwangs­läu­fi­ge Feh­len einer Leis­tungs­äqui­va­lenz bei Fest­le­gung von Ver­gü­tungs­pau­scha­len auf der Grund­la­ge von Misch­kal­ku­la­tio­nen hin­ge­wie­sen 4.

Ähn­lich hat der Bun­des­ge­richts­hof zur Ver­gü­tung des Ver­fah­rens­bei­stands nach Fall­pau­scha­len ent­schie­den 5.

Dem­nach kann auf­grund einer in bestimm­ten Fäl­len mög­li­chen nicht aus­kömm­li­chen Ver­gü­tung noch nicht ohne Wei­te­res auf eine Ver­let­zung der Berufs­aus­übungs­frei­heit durch eine ins­ge­samt unzu­rei­chen­de Ver­gü­tung des Betreu­ers (bzw. Ver­fah­rens­bei­stands) geschlos­sen wer­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 17. Mai 2017 – XII ZB 621/​15

  1. BVerfG Fam­RZ 2000, 345, 346 f. mwN[]
  2. BVerfG Fam­RZ 2000, 345 zur von 1990 bis 1998 gel­ten­den Geset­zes­la­ge; vgl. auch BVerfG Fam­RZ 2011, 1642[]
  3. BVerfG Fam­RZ 2009, 1899 Rn. 7, 10[]
  4. BVerfG Fam­RZ 2011, 1642 Rn.20; BVerfG Fam­RZ 2007, 622, 625[]
  5. BGH, Beschlüs­se vom 09.10.2013 XII ZB 667/​12 Fam­RZ 2013, 1967; und vom 13.11.2013 XII ZB 612/​12 Fam­RZ 2014, 191; vgl. auch BGH, Beschluss BGHZ 187, 40 = Fam­RZ 2010, 1893[]