Exter­ne Tei­lung im Ver­sor­gungs­aus­gleich – die Ver­zin­sung des Aus­gleichs­werts

Der als Kapi­tal­be­trag im Rah­men der exter­nen Tei­lung nach § 14 Abs. 4 VersAus­glG zu zah­len­de Aus­gleichs­wert aus einer fonds­ge­bun­de­nen betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung ist nicht zu ver­zin­sen 1.

Exter­ne Tei­lung im Ver­sor­gungs­aus­gleich – die Ver­zin­sung des Aus­gleichs­werts

Bei der exter­nen Tei­lung wird die Aus­gleichs­for­de­rung erst durch den Ein­tritt der Rechts­kraft der Ent­schei­dung begrün­det (§ 224 Abs. 1 FamFG), so dass Fäl­lig­keits- oder Ver­zugs­zin­sen bis zu dem Zeit­punkt nicht anfal­len.

Zwar hat der Bun­des­ge­richts­hof bereits ent­schie­den, dass zur Umset­zung der auf das Ende der Ehe­zeit bezo­ge­nen exter­nen Tei­lung eine Ver­zin­sung des nach § 14 Abs. 4 VersAus­glG zu zah­len­den Kapi­tal­be­tra­ges erfor­der­lich sein kann, um dem Gebot der Halb­tei­lung gerecht zu wer­den. Beson­ders in den Fäl­len, in denen bei dem zu begrün­den­den Anrecht der Ehe­zeit­be­zug fehlt, etwa weil das Ver­fah­ren über den Ver­sor­gungs­aus­gleich aus­ge­setzt war (§ 76 Abs. 4 Satz 3 SGB VI), kann die Halb­tei­lung nur auf die Wei­se her­ge­stellt wer­den, dass die dem zu zah­len­den Aus­gleichs­wert inne­woh­nen­de Wert­stei­ge­rung vom Ende der Ehe­zeit bis zur rechts­kräf­ti­gen Ent­schei­dung berück­sich­tigt wird, was im Wege der Ver­zin­sung des Aus­gleichs­werts erreicht wer­den kann. Die Wert­ent­wick­lung der auf den Aus­gleichs­be­rech­tig­ten zu über­tra­gen­den Hälf­te nach Ende der Ehe­zeit kann aus Grün­den der Halb­tei­lung nicht dem aus­gleichs­pflich­ti­gen Ehe­gat­ten, aber auch nicht sei­nem Ver­sor­gungs­trä­ger ver­blei­ben. Die im Gesetz vor­ge­schrie­be­ne Halb­tei­lung erfor­dert des­halb grund­sätz­lich eine Ver­zin­sung des nach § 14 Abs. 4 VersAus­glG i.V.m. § 222 Abs. 3 FamFG zur Voll­zie­hung der exter­nen Tei­lung geschul­de­ten Aus­gleichs­wer­tes vom Ehe­zei­ten­de bis zur Rechts­kraft der Ent­schei­dung über den Ver­sor­gungs­aus­gleich 2.

Dies setzt aller­dings vor­aus, dass dem zu zah­len­den Aus­gleichs­wert eine von vorn­her­ein zuge­sag­te Wert­stei­ge­rung tat­säch­lich inne­wohnt. Das ist bei fonds­ba­sier­ten Anla­ge­for­men, deren Wert­ent­wick­lung durch Kurs­schwan­kun­gen gezeich­net ist und sowohl die Mög­lich­keit von Wert­stei­ge­run­gen als auch von Wert­ver­lus­ten ein­schließt, nicht der Fall. Wert­stei­ge­run­gen sind nicht von vorn­her­ein Gegen­stand der Ver­sor­gungs­zu­sa­ge, son­dern erge­ben sich erst aus der Kurs­ent­wick­lung. Soweit die­se nach der Ehe­zeit statt­fin­det, hat der Aus­gleichs­be­rech­tig­te nicht an ihr teil. In sol­chen Fäl­len wür­de der Aus­spruch einer Ver­zin­sung den Ver­sor­gungs­trä­ger auf eine Leis­tung in Pflicht neh­men, die nicht Gegen­stand sei­ner Ver­sor­gungs­zu­sa­ge war. Dar­in unter­schei­det sich die fonds­ge­bun­de­ne betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung sowohl von der kapi­tal­ge­deck­ten Ver­sor­gung als auch von der auf eine bestimm­te End­leis­tung zie­len­den Direkt­zu­sa­ge 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 7. August 2013 – XII ZB 552/​12

  1. Abgren­zung zu BGH, Beschlüs­se in BGHZ 191, 36 = Fam­RZ 2011, 1785; und vom 06.02.2013 – XII ZB 204/​11 Fam­RZ 2013, 773[]
  2. BGH, Beschlüs­se BGHZ 191, 36 = Fam­RZ 2011, 1785 Rn.19 ff.; und vom 06.02.2013 – XII ZB 204/​11 Fam­RZ 2013, 773 Rn.20 ff.[]
  3. ent­ge­gen OLG Nürn­berg Fam­RZ 2013, 460[]