Kind­schafts­sa­chen – und das Vor­rang- und Beschleu­ni­gungs­ge­bot

Soweit gel­tend gemacht wird, das Amts­ge­richt -Fami­li­en­ge­richt- und das Ober­lan­des­ge­richt hät­ten das in Kind­schafts­sa­chen bestehen­de Vor­rang- und Beschleu­ni­gungs­ge­bot (§ 155 Abs. 1 FamFG) nicht beach­tet, ist der Bun­des­ge­richts­hof für die Ent­schei­dung über die (beab­sich­tig­te) Beschleu­ni­gungs­be­schwer­de (§ 155c FamFG) nicht zustän­dig.

Kind­schafts­sa­chen – und das Vor­rang- und Beschleu­ni­gungs­ge­bot

Für die beab­sich­tig­te Ent­schä­di­gungs­kla­ge nach § 198 GVG wegen über­lan­ger Dau­er der Ver­fah­ren vor dem Amts­ge­richt Fami­li­en­ge­richt und dem Ober­lan­des­ge­richt ist gemäß § 201 Abs. 1 Satz 1 GVG das Ober­lan­des­ge­richt zustän­dig, in des­sen Bezirk die streit­ge­gen­ständ­li­chen Ver­fah­ren durch­ge­führt wur­den.

Über die Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe (für eine Beschleu­ni­gungs­be­schwer­de nach § 155c Abs. 2, 4 FamFG) und die Pro­zess­kos­ten­hil­fe (für eine Kla­ge nach § 198 GVG) hat nach ent­spre­chen­der Antrag­stel­lung jeweils das zustän­di­ge Ober­lan­des­ge­richt als Pro­zess­ge­richt zu ent­schei­den.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 20. Sep­tem­ber 2018 – III ZA 35/​18

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 10.01.2018 XII ZB 451/​17 Fam­RZ 2018, 445 []