Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe – und die Erfolgs­aus­sich­ten des Rechts­mit­tels

Für die Ent­schei­dung über Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe kommt es allein auf die Erfolgs­aus­sicht in der Sache selbst an. Ein davon los­ge­lös­ter mög­li­cher Erfolg des kon­kret ein­ge­leg­ten Rechts­mit­tels ist dem­ge­gen­über uner­heb­lich 1.

Ver­fah­rens­kos­ten­hil­fe – und die Erfolgs­aus­sich­ten des Rechts­mit­tels

Die Haupt­sa­che ist erle­digt und daher die Erle­di­gung fest­zu­stel­len, wenn die Kla­ge im Zeit­punkt des nach ihrer Zustel­lung ein­ge­tre­te­nen erle­di­gen­den Ereig­nis­ses zuläs­sig und begrün­det war und durch das behaup­te­te Ereig­nis unzu­läs­sig oder unbe­grün­det gewor­den ist 2. Das ist hier jedoch man­gels ört­li­cher Zustän­dig­keit des Amts­ge­richts Osna­brück im Zeit­punkt der behaup­te­ten Erle­di­gung nicht der Fall 3, wor­an auch der nach Erle­di­gung gestell­te Ver­wei­sungs­an­trag nichts ändert. Ob, wie ver­ein­zelt erwo­gen wird, der Beklag­te bzw. Antrags­geg­ner durch rüge­lo­se Ein­las­sung zum Fest­stel­lungs­be­geh­ren ana­log § 295 ZPO eine Hei­lung ex nunc her­bei­füh­ren könn­te 4, kann hier wegen der vom Antrags­geg­ner erho­be­nen Zustän­dig­keits­rü­ge dahin­ste­hen.

Mit­hin könn­te die Antrag­stel­le­rin zwar gege­be­nen­falls errei­chen, dass das Ver­fah­ren zur Ent­schei­dung über den Fest­stel­lungs­an­trag an das ört­lich zustän­di­ge Amts­ge­richt Bad Iburg ver­wie­sen wird. Der Fest­stel­lungs­an­trag selbst als das von der Antrag­stel­le­rin ver­folg­te mate­ri­ell­recht­li­che Begeh­ren hat aber kei­ne Erfolgs­aus­sicht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 21. Juni 2017 – XII ZB 231/​17

  1. im Anschluss an BGH Beschlüs­se vom 02.03.2017 – IX ZA 28/​16 – juris; vom 18.09.2014 – IX ZA 16/​14NZI 2014, 1048; und vom 14.12 1993 – VI ZR 235/​92 , NJW 1994, 1160, 1161; BVerfG NJW 1997, 2745 f.[]
  2. st. Rspr., vgl. etwa BGHZ 184, 128 = Fam­RZ 2010, 887 Rn. 18 mwN und BGHZ 155, 392 = NJW 2003, 3134 mwN[]
  3. vgl. hier­zu auch Wieczorek/​Schütze/​Assmann ZPO 4. Aufl. § 281 Rn. 50; Voss­ler NJW 2002, 2373 f.[]
  4. Voss­ler NJW 2002, 2373, 2374[]