Berufs­be­ding­te Schwer­hö­rig­keit nur ohne Tief- und Mit­tel­tö­ne

Eine berufs­be­ding­te Lärm­schwer­hö­rig­keit kann nach einer aktu­el­len Ent­schei­dung des Sozi­al­ge­richts Karls­ru­he nicht vor­lie­gen, wenn bei­de Ohren auch im Tief- und Mit­tel­ton­be­rei­che erheb­li­che Hör­ver­lus­te auf­wei­sen

Berufs­be­ding­te Schwer­hö­rig­keit nur ohne Tief- und Mit­tel­tö­ne

Bei einer berufs­be­ding­ten Lärm­ex­po­si­ti­on von durch­gän­gig weni­ger als 85 dB(A) ist dage­gen nach Ansicht des Sozi­al­ge­richts die Annah­me einer berufs­be­ding­ten Lärm­schä­di­gung nach herr­schen­den medi­zi­nisch-wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­sen grds. aus­ge­schlos­sen. Zudem kann ein beid­seits weit fort­ge­schrit­te­ner Hör­ver­lust auch im tie­fen und mitt­le­ren Fre­quenz­be­reich (hier: zwi­schen 60 dB und 70 dB) nur in – im kon­kre­ten Fall nicht erwie­se­nen – Aus­nah­me­fäl­len und nur nach jahr­zehn­te­lan­ger Lärm­ex­po­si­ti­on mit Lär­mein­wir­kun­gen über 85 dB(A) oder extrem hohen Schall­pe­geln berufs­be­dingt sein. Unter Hin­weis hier­auf hat die 1. Kam­mer des Sozi­al­ge­richts Karls­ru­he die Fest­stel­lung einer Berufs­krank­heit der Nr. 2301 der Anla­ge zur BKV abge­lehnt, weil der Klä­ger – ein Elek­tro­mon­teur – weder die arbeits­tech­ni­schen noch die medi­zi­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen einer Lärm­schwer­hö­rig­keit erfüllt.

Sozi­al­ge­richt Karls­ru­he, Gerichts­be­scheid vom 2. Janu­ar 2009 – S 1 U 4349/​08