Ein Bun­des­li­ga­rin­ger ist kein Arbeit­neh­mer

Ein Rin­ger und Wer­be­part­ner eines Bun­des­li­ga­ver­eins ist als frei­be­ruf­li­che Hono­rar­kraft sozi­al­ver­si­che­rungs­frei, soweit er für wei­te­re Auf­trag­ge­ber tätig sein und das Trai­ning frei gestal­ten kann, ent­schied jetzt das Sozi­al­ge­richt Dort­mund im Fal­le eines Rin­gers des Kraft­sport­ver­eins Wit­ten 07 e.V.

Ein Bun­des­li­ga­rin­ger ist kein Arbeit­neh­mer

Der Aus­zu­bil­den­de aus Frank­furt/​Oder absol­vier­te für den Kraft­sport­ver­ein Wit­ten 07 e.V. in der Sai­son 2007/​2008 Bun­des­li­ga­ring­kämp­fe und Wer­be­auf­trit­te. Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Bund stell­te fest, dass der Rin­ger auf Grund einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig sei. Die hier­ge­gen von dem Ver­ein erho­be­ne Kla­ge hat­te Erfolg, das Sozi­al­ge­richt Dort­mund ent­schied, dass der Aus­zu­bil­den­de in sei­ner Tätig­keit als Rin­ger und Wer­be­part­ner bei dem Ver­ein nicht auf Grund einer abhän­gi­gen Beschäf­ti­gung sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig gewe­sen sei.

Die Mög­lich­keit, trotz der ver­trag­li­chen Bin­dung mit dem Ver­ein wei­te­re, von die­sem unab­hän­gi­ge Wett­kämp­fe, Wer­be- und Spon­so­ren­auf­trit­te zu absol­vie­ren, spre­che gegen eine Ein­glie­de­rung in den Ver­ein und für eine Selbst­be­stimmt­heit der sport­li­chen Betä­ti­gung des Rin­gers, so das Sozi­al­ge­richt. Eine Pflicht zur Annah­me ein­zel­ner Auf­trä­ge habe nicht bestan­den.

Dar­über hin­aus habe der Sport­ler das für die Ver­trags­er­fül­lung wesent­li­che regel­mä­ßi­ge Trai­ning an sei­nem ent­fern­ten Aus­bil­dungs­ort nach Inhalt, Umfang und zeit­li­cher Lage frei gestal­ten kön­nen. Dem­ge­gen­über erschei­ne es für die Sta­tus­be­ur­tei­lung als uner­heb­lich, dass wäh­rend der Kämp­fe wie bei jedem Sport­tur­nier Kampf­zei­ten, Tri­kots und Trai­ner­wei­sun­gen vor­ge­ge­ben wor­den sei­en.

Der Rin­ger habe inso­weit ein unter­neh­me­ri­sches Risi­ko getra­gen, als sich der Ver­ein nicht ver­pflich­tet habe, ihn in einem bestimm­ten Umfang ein­zu­set­zen und das Hono­rar in Gestalt einer neben der Kampf­prä­mie gezahl­ten Sieg­prä­mie zum Teil erfolgs­ab­hän­gig gewe­sen sei.

Sozi­al­ge­richt Dort­mund, Urteil vom 24.09.2010, Az.: S 34 R 40/​09