Erwerbs­min­de­rungs­ren­te eines Berufs­kraft­fah­rers

Es kann ein Anspruch auf Erwerbs­min­de­rungs­ren­te bei einem Berufs­kraft­fah­rer bestehen, wenn der Ver­si­cher­te den Beruf noch zu DDR-Zei­ten erlernt und in die­sem Beruf lang­jäh­rig auch nach Inkraft­tre­ten der Berufs­kraft­fah­rer-Aus­bil­dungs­ver­ord­nung vom 19. April 2001 aus­ge­übt hat, denn dann genießt er Berufs­schutz auf der Stu­fe des Fach­ar­bei­ters.

Erwerbs­min­de­rungs­ren­te eines Berufs­kraft­fah­rers

Mit die­ser Begrün­dung hat das Säch­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Ent­schei­dung des Sozi­al­ge­richts Chem­nitz 1 teil­wei­se abge­än­dert und einem Klä­ger eine Ren­te wegen teil­wei­ser Erwerbs­min­de­rung bei Berufs­un­fä­hig­keit zuge­stan­den. Der 1954 gebo­re­ne Klä­ger qua­li­fi­zier­te er sich noch zu DDR-Zei­ten zum Berufs­kraft­fah­rer (Fach­ar­beiter­zeug­nis von 1979) und war seit 1990 teils als Berufs­kraft­fah­rer, als Kraft­fah­rer und Tief­bau­ar­bei­ter und bis März 2011 wie­der als Berufs­kraft­fah­rer beschäf­tigt. Er begehr­te auf­grund gesund­heit­li­cher Ein­schrän­kun­gen eine Ren­te wegen vol­ler Erwerbs­min­de­rung. Die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung und das Sozi­al­ge­richt haben die Gewäh­rung einer Ren­te wegen Erwerbs­min­de­rung ins­ge­samt abge­lehnt, weil eine Zuord­nung zum Leit­be­ruf des Fach­ar­bei­ters für die ver­rich­te­te Tätig­keit als Berufs­kraft­fah­rer nicht in Betracht kom­me und der Klä­ger mit sei­nen gesund­heit­li­chen Beein­träch­ti­gun­gen noch erwerbs­fä­hig sei.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Säch­si­sche Lan­des­so­zi­al­ge­richt aus­ge­führt, dass Ver­si­cher­te, die zu Zei­ten der DDR den Beruf des Berufs­kraft­fah­rers erlernt und in die­sem Beruf lang­jäh­rig auch nach Inkraft­tre­ten der Berufs­kraft­fah­rer-Aus­bil­dungs­ver­ord­nung vom 19. April 2001 zumin­dest drei­jäh­rig tätig waren und über­wie­gend Tätig­kei­ten im erlern­ten Berufs­bild aus­ge­übt haben, Berufs­schutz auf der Stu­fe des Fach­ar­bei­ters genie­ßen. Maß­geb­lich ist bei die­ser Bewer­tung auch, dass der zu Zei­ten der DDR erlern­te Beruf des Berufs­kraft­fah­rers sowohl zum Trans­port von Gütern als auch zum Trans­port von Per­so­nen befä­hig­te und damit die nach altem bun­des­re­pu­bli­ka­ni­schem Recht geteil­ten Berufs­aus­bil­dun­gen ver­ei­nig­te.

Säch­si­sches Lan­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 8. Juli 2014 – L 5 R 830/​12

  1. SG Chem­nitz, Urteil vom 25.10.2012 – S 23 R 1489/​09[]