Gebär­den­dol­met­scher für einen Aus­zu­bil­den­den

Die Bun­des­agen­tur für Arbeit muss die Kos­ten für den Gebär­den­dol­met­scher eines Aus­zu­bil­den­den tra­gen.

Gebär­den­dol­met­scher für einen Aus­zu­bil­den­den

In einem jetzt vom Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in Koblenz ent­schie­de­nen Fall bewil­lig­te das Lan­des­amt für Sozia­les, Jugend und Ver­sor­gung einem schwer­be­hin­der­ten, gehör­lo­sen jun­gen Mann für sei­nen Berufs­schul­be­such im Rah­men der Aus­bil­dung zum Karos­se­rie- und Fahr­zeug­bau­me­cha­ni­ker die Über­nah­me von Kos­ten eines Gebär­den­dol­met­schers. Mit sei­ner Kla­ge ver­langt das Lan­des­amt von der Bun­des­agen­tur für Arbeit die Erstat­tung der für den Gebär­den­dol­met­scher bis­her auf­ge­wand­ten Mit­tel in Höhe von rund 7.500,00 € sowie die Über­nah­me der ent­spre­chen­den zukünf­ti­gen Kos­ten. Das erst­in­stanz­lich mit der Kla­ge befass­te Ver­wal­tungs­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te nun die­se Ent­schei­dung:

Bei der Bereit­stel­lung eines Gebär­den­dol­met­schers für einen gehör­lo­sen Aus­zu­bil­den­den han­de­le es sich um eine Maß­nah­me zur beruf­li­chen Reha­bi­li­ta­ti­on im Rah­men der Arbeits­för­de­rung. Dies gel­te nicht nur für die Tätig­keit des Gebär­den­dol­met­schers wäh­rend der prak­ti­schen Berufs­aus­bil­dung, son­dern auch wäh­rend des Besuchs der Berufs­schu­le. Als Trä­ger sol­cher Reha­bi­li­ta­ti­ons­maß­nah­me müs­se folg­lich die Agen­tur für Arbeit die vom Lan­des­amt für Sozia­les, Jugend und Ver­sor­gung zunächst vor­läu­fig über­nom­me­nen Auf­wen­dun­gen für den Gebär­den­dol­met­scher tra­gen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 27. Okto­ber 2011 – 7 A 10405/​11.OVG