Hartz IV und die unwirk­sa­me Staf­fel­mie­te

Die im Rah­me des ALG-II-Leis­tungs­be­zugs vom Grund­si­che­rungs­trä­ger zu erstat­ten­den tat­säch­li­chen Kos­ten der Unter­kunft umfas­sen einen im Miet­ver­trag fest­ge­leg­ten Miet­zins auch dann, wenn eine von den Ver­trags­par­tei­en ver­ein­bar­te Staf­fel­mie­te mög­licherweise unwirk­sam ist. Dies ent­schied jetzt das Bun­des­so­zi­al­ge­richt und konn­te es dabei dahin­ste­hen las­sen, ob ein Ver­stoß gegen § 557a Abs 2 Satz 1 Bür­ger­li­ches Gesetz­buch dar­in zu sehen war, dass vom Miet­be­ginn bis zum Ein­tritt der ers­ten Mietstaf­fel nicht min­des­tens ein Jahr gele­gen hat­te.

Hartz IV und die unwirk­sa­me Staf­fel­mie­te

Die­ses Urteil bedeu­te­te aller­dings nicht, dass Auf­wen­dun­gen, die auf einer zivil­recht­lich unwirk­sa­men Grund­la­ge beru­hen, wirt­schaft­lich dau­er­haft aus öffent­li­chen Mit­teln bestrit­ten wer­den. Viel­mehr kann der Grund­si­che­rungs­trä­ger in der­artigen Fäl­len das Kos­ten­sen­kungs­ver­fah­ren nach § 22 Abs 1 Satz 3 SGB II betrei­ben. Hier­zu muss er jedoch dem Hil­fe­be­dürf­ti­gen sei­nen Rechts­stand­punkt in einer Wei­se ver­deut­li­chen, dass die­ser zur Durch­set­zung sei­ner Rech­te gegen­über dem Ver­mie­ter in die Lage ver­setzt wird.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 22. Sep­tem­ber 2009 – B 4 AS 8/​09 R