Kos­ten­über­nah­me für einen schwenk­ba­ren Auto­sitz

Kos­ten­über­nah­me für Anschaf­fung und Ein­bau eines schwenk­ba­ren Auto­sit­zes als Hil­fe für schwer­be­hin­der­te Men­schen

Kos­ten­über­nah­me für einen schwenk­ba­ren Auto­sitz

Das Bun­des­so­zi­al­ge­richts muss­te sich damit befas­sen, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen die Kos­ten für die Anschaf­fung und den Ein­bau eines schwenk­ba­ren Autosit­zes zu Guns­ten eines schwer­be­hin­der­ten Men­schen im Rah­men der sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Eingliede­rungshilfe als Hilfs­mit­tel zu über­neh­men sind.

Die Sache wur­de an das Lan­des­so­zi­al­ge­richt Nord­rhein-West­fa­len zurück­ver­wie­sen, weil zunächst geprüft wer­den muss, ob eine not­wen­di­ge Bei­la­dung ent­we­der der Stadt Hückel­ho­ven oder der zustän­di­gen Kran­ken­kas­se als erstan­ge­gan­ge­nen Reha­bi­li­ta­ti­ons­trä­gers nach­zu­ho­len ist; auch in der Sache fehl­ten jedoch erfor­derliche tat­säch­li­che Fest­stel­lun­gen für eine end­gül­ti­ge Ent­schei­dung.

Dabei wird das Landessozial­gericht zu klä­ren haben, ob die Klä­ge­rin zum Zeit­punkt der Fäl­lig­keit der Umbau­kos­ten aus­rei­chend eige­nes Ver­mö­gen hat­te; das umfasst ins­be­son­de­re die Fra­ge, ob die Klä­ge­rin – auch unter Berück­sichtigung ihrer Behin­de­run­gen – auf ein neu­wer­ti­ges Kraft­fahr­zeug mit einem Wert von etwa 30.000 € ange­wie­sen war oder ob nicht ein gebrauch­tes Fahr­zeug mit einem erheb­lich gerin­ge­ren Wert genügt hät­te, der Wert des pri­vi­le­gier­ten Ver­mö­gens also den Rah­men der Ange­mes­sen­heit überstie­gen hat.

Ohne wei­te­re Ermitt­lun­gen des Lan­des­so­zi­al­ge­richts kann auch nicht beur­teilt wer­den, in­wieweit die Klä­ge­rin auf die Nut­zung eines Kraft­fahr­zeugs ange­wie­sen war; hier­bei ist dem individu­ellen Bedarf der Klä­ge­rin Rech­nung zu tra­gen. Es genügt nicht der Hin­weis des Lan­des­so­zi­al­ge­richts auf eine ander­wei­tig gewähr­leis­te­te Grund­ver­sor­gung von vier Fahr­ten á 35 km monat­lich für pri­va­te Zwe­cke.

Dass die Klä­ge­rin bereits vor der Ent­schei­dung des beklag­ten Land­schafts­ver­bands Rhein­land den Umbau hat vor­neh­men las­sen, ist für die recht­li­che Beur­tei­lung ohne Bedeu­tung. Über Leis­tun­gen der Kran­ken­kas­se und Pfle­ge­kas­se war nicht zu ent­schei­den.

Bun­des­so­zi­al­ge­richt, Urteil vom 2. Febru­ar 2012 – B 8 SO 9/​10 R