Schul­an­fän­ger in der dunk­len Jah­res­zeit

Mit der Ein­füh­rung des Bil­dungs­pa­kets ist es als Emp­fän­ger von ALG II – Leis­tun­gen oder Sozi­al­hil­fe mög­lich, für die Anschaf­fung von Schul­ma­te­ria­li­en Unter­stüt­zung zu bekom­men. Die Aus­stat­tung mit per­sön­li­chem Schul­be­darf nach § 28 Abs. 3 SGB II oder § 34 As. 3 SGB XII wird dann voll­stän­dig gewährt, wenn zum Stich­tag die Hilfs­be­dürf­tig­keit des Kin­des gege­ben ist. Eine antei­li­ge Aus­zah­lung ist nicht mög­lich.

Schul­an­fän­ger in der dunk­len Jah­res­zeit

Einen Anspruch auf Leis­tun­gen für Bil­dung und Teil­ha­be­leis­tun­gen nach § 28 Abs. 2-7 SGB II und § 34 Abs 2-7 SGB XII steht dem Kind zu, das Arbeits­lo­sen­geld II, Sozi­al­geld oder Sozi­al­hil­fe bezieht oder des­sen Eltern Kin­der­zu­schlag oder Wohn­geld erhal­ten.

Schulanfänger in der dunklen JahreszeitDas Bil­dungs­pa­ket umfasst im Schul­be­reich fol­gen­de Leis­tun­gen:

  • den Schul­be­darf wie Hef­te, Schreib- und Mal­stif­te oder den Schul­ran­zen;
  • die Kos­ten einer erfor­der­li­chen Schü­ler­be­för­de­rung für den Besuch der nächst­ge­le­ge­nen Schu­le (in der Sekun­dar­stu­fe II natür­lich der nächst­ge­le­ge­nen Schu­le des gewähl­ten Bil­dungs­gangs), sofern hier­für nicht (etwa auf­grund des Lan­des­rechts) ander­wei­ti­ge Erstat­tungs­mög­lich­kei­ten bestehen;
  • die Kos­ten des Mit­tags­es­sens beim Besuch von Schu­len, Kitas oder Kin­der­hor­ten, die regel­mä­ßig war­me Mahl­zei­ten anbie­ten – die anspruchs­be­rech­tig­ten Eltern müs­sen hier nur einen Eigen­an­teil von 1 € je Essen zah­len;
  • die Kos­ten der Teil­nah­me an den von der Schu­le oder der Kin­der­ta­ges­stät­te orga­ni­sier­ten Tages­aus­flü­gen;
  • und schließ­lich: die orts­üb­li­chen Kos­ten einer geziel­ten Lern­för­de­rung, etwa wenn – nach­ge­wie­sen durch eine ent­spre­chen­de Bestä­ti­gung des Leh­rers – die Ver­set­zung gefähr­det ist.

Zustän­dig für den Antrag auf Leis­tun­gen aus dem Bil­dungs­pa­ket ist, soweit Leis­tun­gen nach dem 2. Buch Sozi­al­ge­setz­buch („Hartz IV“) bezo­gen wer­den, das ört­li­che Job­cen­ter. Bezieht eine Fami­lie nur Sozi­al­hil­fe, Wohn­geld oder den Kin­der­zu­schlag, ist die Gemein­de- bzw. Stadt­ver­wal­tung der rich­ti­ge Ansprech­part­ner.

Und wich­tig: Die Leis­tun­gen des Bil­dungs­pa­kets ste­hen über­wie­gend nicht als Geld­leis­tun­gen, son­dern nur als Sach- und Dienst­leis­tun­gen zur Ver­fü­gung. Hier­durch soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Leis­tun­gen auch tat­säch­lich unmit­tel­bar den Kin­dern zugu­te kom­men.

Anders beim Schul­be­darf. Hier ste­hen aus dem Bil­dungs­pa­ket für jedes anspruchs­be­rech­tig­te Kind für den Schul­be­darf in jedem Schul­jahr 100 € zur Ver­fü­gung: 70 € im ers­ten Schul­halb­jahr, die rest­li­chen 30 € im zwei­ten Schul­halb­jahr.

Hier kön­nen und müs­sen sich die Eltern also selbst um die Beschaf­fung von Stif­ten, Hef­ten, Feder­mäpp­chen Zei­chen­be­darf und Schul­ran­zen küm­mern. Aller­dings kann die Behör­de auch hier einen Nach­weis über die Ver­wen­dung der Mit­tel ver­lan­gen, daher ist es sinn­voll, die Kauf­be­le­ge auf­zu­be­wah­ren. Dies gilt ins­be­son­de­re für grös­se­re Anschaf­fun­gen wie etwa den Schul­ran­zen.

Und den­ken Sie bei des­sen Anschaf­fung bit­te auch an die Sicher­heit Ihres Kin­des: Gera­de im Herbst, wenn der mor­gend­li­che Schul­weg immer mehr im Dun­keln statt­fin­det, trägt ein weit­hin sicht­ba­rer Schul­ran­zen zur Ver­kehrs­si­cher­heit bei. Die Her­stel­ler vie­ler Schul­ta­schen haben sich auf die Sicher­heit und Sicht­bar­keit der Schul­kin­der in der dunk­len Jah­res­zeit ein­ge­stellt und eine Anzahl von Schul­ta­schen bzw. Ruck­sä­cken auf den Markt gebracht, die mit fluo­res­zie­ren­den Flä­chen ver­se­hen sind.. Hier lohnt sich etwa der Besuch ein­schlä­gi­ger Inter­net­platt­for­men wie etwa schulranzen.net, um einen Über­blick über die Mög­lich­kei­ten zu bekom­men. Wer für sein Kind zum ers­ten Schul­tag einen Ran­zen sucht, soll­te nicht nur auf den Preis ach­ten, son­dern auch beden­ken, dass mit dem Tra­gen kei­ne Hal­tungs­schä­den ver­ur­sacht wer­den. Aus die­sem Grund soll­te auch auf das Mate­ri­al der Schul­ta­sche und das Leer­ge­wicht geach­tet wer­den. Bei der Wahl der rich­ti­gen Schul­ta­sche kann dar­über­hin­aus die Schul­ran­zen-Norm DIN 58124 maß­ge­bend sein. Hier sind bestimm­te Vor­ga­ben bezüg­lich Gebrauchs­taug­lich­keit, Ergo­no­mie und Ver­kehrs­si­cher­heit fest­ge­legt: Ein Schul­ran­zen hat danach min­des­tens 20 % an fluo­res­zie­ren­dem Mate­ri­al auf­zu­wei­sen mit den vor­ge­schrie­be­nen Far­ben Oran­ge-Rot und Gelb. Von der Vor­der- und Sei­ten­flä­chen sind 10 % mit retro­re­flek­tie­ren­den Mate­ria­li­en zu ver­se­hen.