Aus­län­di­sche Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten ohne Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung

Aus­län­di­sche Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten ohne Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung sind in Deutsch­land nicht zur Steu­er­be­ra­tung im Inland befugt.

Aus­län­di­sche Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten ohne Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung

So ent­schied jetzt der Bun­des­fi­nanz­hof, dass eine in Groß­bri­tan­ni­en regis­trier­te Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft mit Nie­der­las­sun­gen in Bel­gi­en und den Nie­der­lan­den kei­ne geschäfts­mä­ßi­ge Hil­fe in Steu­er­sa­chen für Steu­er­pflich­ti­ge in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land leis­ten darf, wenn sie nicht über eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung oder einen ande­ren indi­vi­du­el­len oder kol­lek­ti­ven Schutz in Bezug auf die Berufs­haft­pflicht ver­fügt.

Die Klä­ge­rin, eine eng­li­sche Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaft, betreut von ihrem Büro in den Nie­der­lan­den aus Steu­er­pflich­ti­ge, die im Inland ansäs­sig sind. Das deut­sche Finanz­amt wies sie als Bevoll­mäch­tig­te einer GmbH zurück.

Der Bun­des­fi­nanz­hof ver­nein­te eine Befug­nis der Klä­ge­rin zur geschäfts­mä­ßi­gen Hil­fe in Steu­er­sa­chen. Die Klä­ge­rin ver­fü­ge nicht über eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­che­rung. Des­halb dür­fe sie weder auf dem Gebiet der Bun­des­re­pu­blik noch von den Nie­der­lan­den aus grenz­über­schrei­tend geschäfts­mä­ßi­ge Hil­fe in Steu­er­sa­chen für deut­sche Steu­er­pflich­ti­ge leis­ten. Dem ste­he die uni­ons­recht­lich gewähr­leis­te­te Dienst­leis­tungs­frei­heit nicht ent­ge­gen. Die nach deut­schem Recht bestehen­de Ver­pflich­tung von Steu­er­be­ra­tungs­ge­sell­schaf­ten, sich gegen die aus ihrer Berufs­tä­tig­keit erge­ben­den Haft­pflicht­ge­fah­ren für Ver­mö­gens­schä­den zu ver­si­chern, sei erfor­der­lich, um Ver­brau­cher als Emp­fän­ger der Dienst­leis­tung zu schüt­zen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Juli 2011 – II R 6/​10