Der Deal im Steu­er­straf­ver­fah­ren – und das finanz­ge­richt­li­che Ver­fah­ren

Beruht das gegen den Klä­ger ergan­ge­ne Straf­ur­teil auf einer tat­säch­li­chen Ver­stän­di­gung der Betei­lig­ten, ist der Klä­ger im Finanz­ge­richts­pro­zess mit Ein­wen­dun­gen gegen das Straf­ur­teil aus­ge­schlos­sen.

Der Deal im Steu­er­straf­ver­fah­ren – und das finanz­ge­richt­li­che Ver­fah­ren

Der Klä­ger ist zudem nach dem Rechts­grund­satz des veni­re con­tra fac­tum pro­pri­um, der sei­ne Rechts­grund­la­ge in § 242 BGB fin­det und auch im Steu­er­recht anzu­wen­den ist 1, mit Ein­wen­dun­gen gegen das straf­ge­richt­li­che Urteil aus­ge­schlos­sen, wenn das Straf­ur­teil auf einer Ver­stän­di­gung zwi­schen den dor­ti­gen Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten beruht.

In dem hier vom Finanz­ge­richt Meck­len­burg-Vor­pom­mern ent­schie­de­nen Fall war in den Urteils­grün­den des straf­recht­li­chen Beru­fungs­ur­teils aus­drück­lich her­vor­ge­ho­ben, dass der Klä­ger sei­ne Beru­fung auf den Rechts­fol­gen­aus­spruch beschränkt hat­te, hin­ge­gen die Staats­an­walt­schaft eine unbe­schränk­te Beru­fung ein­ge­legt hat­te. Da die Staats­an­walt­schaft ihre Beru­fung mit Zustim­mung des Klä­gers in der Haupt­ver­hand­lung zurück­ge­nom­men hat­te, ist der Schuld­spruch des ange­foch­te­nen Urteils des Amts­ge­richts rechts­kräf­tig und waren die ihn tra­gen­den Fest­stel­lun­gen zum Tat­ge­sche­hen für die Kam­mer des Land­ge­richts ver­bind­lich. Dar­an ist der Klä­ger nach Ansicht des Finanz­ge­richts auch im finanz­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren gebun­den.

Finanz­ge­richt Meck­len­burg ‑Vor­pom­mern, Urteil vom 19. Okto­ber 2016 – 3 K 86/​13

  1. vgl. BFH, Urteil vom 29.01.2009, – VI R 12/​06, BFH/​NV 2009, 1105[]