Der nicht ver­nom­me­ne Zeu­ge – und die unter­las­se­ne Rüge

Der Klä­ger kann sich wegen der Nicht­ver­neh­mung der Zeu­gin in der münd­li­chen Ver­hand­lung vor dem Finanz­ge­richt nicht auf einen Ver­fah­rens­man­gel beru­fen, wenn er einen sol­chen Man­gel nach dem Inhalt des Sit­zungs­pro­to­kolls nicht gerügt hat.

Der nicht ver­nom­me­ne Zeu­ge – und die unter­las­se­ne Rüge

So auch in dem hier ent­schie­de­nen Fall: Obwohl eine Beweis­auf­nah­me nicht statt­ge­fun­den hat, hat der in der münd­li­chen Ver­hand­lung fach­kun­dig ver­tre­te­ne Beschenk­ten kei­nen Antrag auf Beweis­erhe­bung durch Zeu­gen­ein­ver­nah­me der Zeu­gin gestellt und die Unter­las­sung der nach sei­ner Auf­fas­sung gebo­te­nen Beweis­erhe­bung von Amts wegen nicht gerügt.

Damit hat er auf die­se Rüge ver­zich­tet (§ 155 FGO i.V.m. § 295 ZPO), mit der Fol­ge, dass er sich nicht auf eine Ver­let­zung der Sach­auf­klä­rungs­pflicht (§ 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) oder des recht­li­chen Gehörs (§ 96 Abs. 2 FGO) beru­fen kann1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Okto­ber 2017 – II R 40/​15

  1. vgl. BFH, Urteil vom 13.05.2015 – III R 39/​14, BFH/​NV 2015, 1587