Land­wirt­schaft­li­cher Grund­stücks­han­del

Die Par­zel­lie­rung und Ver­äu­ße­rung land- und forst­wirt­schaft­lich genutz­ter Grund­stü­cke ist grund­sätz­lich Hilfs­ge­schäft eines land- und forst­wirt­schaft­li­chen Betriebs und nicht Gegen­stand eines selb­stän­di­gen gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels. Dies gilt unab­hän­gig von der Grö­ße des Are­als, der Anzahl der Par­zel­len und der Höhe des Gewinns.

Land­wirt­schaft­li­cher Grund­stücks­han­del

Die Grund­stücks­ver­äu­ße­run­gen wer­den erst dann Gegen­stand eines selb­stän­di­gen gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels, wenn der Land­wirt Akti­vi­tä­ten ent­fal­tet, die über die Par­zel­lie­rung und Ver­äu­ße­rung hin­aus­ge­hen und die dar­auf gerich­tet sind, den Grund­be­sitz zu einem Objekt ande­rer Markt­gän­gig­keit zu machen.

Die Par­zel­lie­rung und Ver­äu­ße­rung land- und forst­wirt­schaft­lich genutz­ter Grund­stü­cke ist grund­sätz­lich Hilfs­ge­schäft eines land- und forst­wirt­schaft­li­chen Betriebs und nicht Gegen­stand eines selb­stän­di­gen gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels. Dies gilt unab­hän­gig von der Grö­ße des Are­als, der Anzahl der Par­zel­len und der Höhe des Gewinns. Dies hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) mit Urteil vom 8. Sep­tem­ber 2005 IV R 38/​03 ent­schie­den. Die Grund­stücks­ver­äu­ße­run­gen wer­den danach erst dann Gegen­stand eines selb­stän­di­gen gewerb­li­chen Grund­stücks­han­dels, wenn der Land­wirt Akti­vi­tä­ten ent­fal­tet, die über die Par­zel­lie­rung und Ver­äu­ße­rung hin­aus­ge­hen und die dar­auf gerich­tet sind, den Grund­be­sitz zu einem Objekt ande­rer Markt­gän­gig­keit zu machen.

Im ent­schie­de­nen Fall hat­te ein Land­wirt (Klä­ger) in den Wirt­schafts­jah­ren 1994/​95 bis 1996/​97 ins­ge­samt 59 Bau­grund­stü­cke ver­kauft, die bis dahin land­wirt­schaft­lich genutzt wor­den waren. Die dabei ent­stan­de­nen Ver­äu­ße­rungs­ge­win­ne von ins­ge­samt ca. 2,8 Mio. DM neu­tra­li­sier­te der Klä­ger durch Bil­dung von Reinves­ti­ti­ons­rück­la­gen nach § 6b des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG). Das Finanz­amt sah in den Ver­käu­fen dage­gen einen gewerb­li­chen Grund­stücks­han­del, weil der Klä­ger über die Par­zel­lie­rung und Ver­äu­ße­rung hin­aus­ge­hen­de Akti­vi­tä­ten ent­fal­tet habe, indem er die Pla­nung des Bau­ge­biets inten­siv beglei­tet und ver­sucht habe, auf des­sen opti­ma­le wirt­schaft­li­che Aus­nut­zung Ein­fluss zu neh­men. Finanz­amt und Finanz­ge­richt ver­sag­ten die Steu­er­ver­güns­ti­gung des § 6b EStG, weil die ver­äu­ßer­ten Bau­grund­stü­cke nach ihrer Auf­fas­sung Umlauf­ver­mö­gen des neu errich­te­ten Gewer­be­be­triebs gewor­den waren.

Für den BFH war hin­ge­gen ent­schei­dend, dass der Klä­ger kei­ne kom­mu­na­len Auf­ga­ben (wie die Erstel­lung des Bebau­ungs­plans, den Bau von Stra­ßen oder die Ver­le­gung von Ver­sor­gungs­lei­tun­gen) über­nom­men hat­te, son­dern ledig­lich –wenn auch sehr ziel­be­wusst– im Rah­men sei­ner staats­bür­ger­li­chen Mit­wir­kungs­rech­te tätig gewor­den ist. Mit der blo­ßen Über­nah­me von Kos­ten der Pla­nung und Erschlie­ßung wer­de kein gewerb­li­cher Grund­stücks­han­del begrün­det. Dar­auf weist der BFH in sei­nem Urteil aus­drück­lich hin.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 8. Sep­tem­ber 2005 – IV R 38/​03