Not­wen­di­ge Bei­la­dung – und die Betriebs­auf­spal­tung

Nach § 60 Abs. 3 Satz 1 FGO ist eine Bei­la­dung not­wen­dig, wenn an dem strei­ti­gen Rechts­ver­hält­nis Drit­te der­art betei­ligt sind, dass die gericht­li­che Ent­schei­dung auch ihnen gegen­über nur ein­heit­lich erge­hen kann.

Not­wen­di­ge Bei­la­dung – und die Betriebs­auf­spal­tung

Das ist der Fall, wenn die Ent­schei­dung nach Maß­ga­be des mate­ri­el­len Steu­er­rechts not­wen­di­ger­wei­se und unmit­tel­bar Rech­te oder Rechts­be­zie­hun­gen des Drit­ten gestal­tet, bestä­tigt, ver­än­dert oder zum Erlö­schen bringt1.

Die not­wen­di­ge Bei­la­dung soll sicher­stel­len, dass eine Sach­ent­schei­dung, die die Rech­te eines Drit­ten in der vor­be­zeich­ne­ten Wei­se betrifft und aus die­sem Grun­de auch ihm gegen­über nur ein­heit­lich erge­hen kann, nicht ohne Betei­li­gung die­ses Drit­ten erlas­sen wird2.

Eine Wert­ver­knüp­fung der­ge­stalt, dass der beim Besitz­ein­zel­un­ter­neh­mer ange­setz­te Ver­äu­ße­rungs­ge­winn für die Ein­brin­gung des Besitz­un­ter­neh­mens auch für die Betriebs-GmbH bin­dend wäre, sieht das Gesetz nicht vor, so dass durch den Rechts­streit steu­er­recht­li­che Belan­ge der GmbH nicht not­wen­di­ger­wei­se und unmit­tel­bar betrof­fen sind3.

Finanz­ge­richt Baden ‑Würt­tem­berg, Urteil vom 10. Dezem­ber 2015 – 1 K 3485/​13

  1. BFH, Urteil vom 19.04.1988 – VII R 56/​87, BFHE 153, 472, BSt­Bl II 1988, 789
  2. BFH, Urteil vom 12.01.2001 – VI R 49/​98, BFHE 194, 6, BSt­Bl II 2001, 246
  3. vgl. BFH, Beschluss vom 19.12 2007 – I R 111/​05, BFHE 220, 152, BSt­Bl II 2008, 536, unter II. 4.