Ver­lust­zu­rech­nung bei der GmbH & Co. KG – Nieß­brauch­vor­be­halt und die Mit­un­ter­neh­merstel­lung

Für die Zurech­nung der Ver­lus­te im Rah­men der geson­der­ten und ein­heit­li­chen Fest­stel­lung der gewerb­li­chen Ein­künf­te einer ori­gi­när gewerb­lich täti­gen oder einer gewerb­lich gepräg­ten Per­so­nen­ge­sell­schaft ist erfor­der­lich, dass der Ver­lust­tra­gen­de als Mit­un­ter­neh­mer anzu­se­hen ist.

Ver­lust­zu­rech­nung bei der GmbH <span class="amp">&</span> Co. KG – Nieß­brauch­vor­be­halt und die Mit­un­ter­neh­merstel­lung

Die Mit­un­ter­neh­merstel­lung der Kom­man­di­tis­ten ergibt sich dar­aus, dass sie Mit­un­ter­neh­mer­initia­ti­ve ent­fal­ten kön­nen und Mit­un­ter­neh­mer­ri­si­ko tra­gen.

Die Mit­un­ter­neh­mer­initia­ti­ve ist zu beja­hen, wenn den – hier mit einem Nieß­brauch­recht belas­te­ten – Kom­man­di­tis­ten – aus­weis­lich der ver­trag­li­chen Bestim­mun­gen – die mit den Teil­kom­man­dit­be­tei­li­gun­gen ver­bun­de­nen Mit­glied­schafts­rech­te, ins­be­son­de­re die Stimm­rech­te, zustan­den. Die Belas­tung der ver­schenk­ten Teil-Kom­man­dit­an­tei­le mit dem Nieß­brauch zuguns­ten der schen­ken­den Kom­man­di­tis­ten ändert auch nichts dar­an, dass die Schen­kungs­emp­fä­ger Mit­un­ter­neh­mer­ri­si­ko tra­gen.

Dafür reicht es aus, dass die­se die Ver­lus­te wirt­schaft­lich tra­gen und sie trotz der Bestel­lung des Nieß­brauchs am Gesell­schafts­an­teil einen hin­rei­chen­den Bestand an ver­mö­gens­recht­li­cher Sub­stanz des belas­te­ten Gesell­schafts­an­teils zurück­be­hal­ten, weil der Nieß­brauch nur den durch Gesetz, Gesell­schafts­ver­trag oder Beschluss der Gesell­schaf­ter zur Ent­nah­me frei­ge­ge­be­nen Gewinn­an­teil und nicht auch die stil­len Reser­ven des antei­li­gen Gesell­schafts­ver­mö­gens umfasst.

Der Mit­un­ter­neh­merstel­lung der Beschenk­ten steht auch ein ver­trag­li­ches (hier: nicht über­trag­ba­res aber ver­erb­li­ches) Rück­for­de­rungs­recht nicht ent­ge­gen, sofern die­ses kein frei­es, jeder­zeit aus­üb­ba­res Rück­for­de­rungs­recht hin­sicht­lich der über­tra­ge­nen Kom­man­dit­be­tei­li­gun­gen ist, son­dern im sys­te­ma­ti­schen Zusam­men­hang mit dem vor­he­ri­gen Ein­tritt der (hier eben­falls ver­trag­lich gere­gel­ten) Wider­rufs­grün­de für die Schen­kun­gen steht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Dezem­ber 2015 – IV R 43/​13