Abschrei­bung auf das Grund­stück – und die schlech­te Ver­miet­bar­keit des Gebäu­des

Auch bei schlech­ter Ver­miet­bar­keit eines Gebäu­des ist kei­ne AfaA auf den Grund und Boden mög­lich.

Abschrei­bung auf das Grund­stück – und die schlech­te Ver­miet­bar­keit des Gebäu­des

Zwar gehö­ren zu den Wer­bungs­kos­ten i.S. des § 9 Abs. 1 Satz 1 EStG nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 7 EStG i.V.m. § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG auch AfaA. Die­se set­zen ent­we­der eine Sub­stanz­ein­bu­ße eines bestehen­den Wirt­schafts­gu­tes (tech­ni­sche Abnut­zung) oder eine Ein­schrän­kung sei­ner Nut­zungs­mög­lich­keit (wirt­schaft­li­che Abnut­zung) vor­aus. Die außer­ge­wöhn­li­che "Abnut­zung" geschieht durch Ein­wir­ken auf das Wirt­schafts­gut im Zusam­men­hang mit sei­ner steu­er­ba­ren Nut­zung 1.

Nach die­sen Grund­sät­zen kann eine AfaA etwa dann zu berück­sich­ti­gen sein, wenn bei Been­di­gung eines Miet­ver­hält­nis­ses erkenn­bar wird, dass ein abnutz­ba­res Gebäu­de wegen einer auf den bis­he­ri­gen Mie­ter aus­ge­rich­te­ten Gestal­tung nicht oder nur ein­ge­schränkt an Drit­te ver­miet­bar ist 2. Bei einem nicht abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gut wie dem Grund und Boden kann nach der höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung einer mög­li­chen Wert­min­de­rung nicht durch eine AfaA nach § 7 Abs. 1 Satz 7 EStG Rech­nung getra­gen wer­den 3.

Der Bun­des­fi­nanz­hof konn­te es im vor­lie­gen­den Fall jedoch offen­las­sen, ob bei einem nicht abnutz­ba­ren Wirt­schafts­gut ‑wie im Streit­fall dem Grund und Boden- eine AfaA ‑in Abgren­zung zu den im BFH-Urteil in BFHE 184, 453, BSt­Bl II 1998, 185 nie­der­ge­leg­ten Grund­sät­zen- bei irrepa­ra­blen Umwelt­schä­den oder bei einer dau­er­haf­ten Min­de­rung der Boden­qua­li­tät in Betracht kom­men könn­te 4; denn der Grund­stücks­ei­gen­tü­mer hat kei­ne der­ar­ti­gen außer­ge­wöhn­li­chen Umstän­de vor­ge­tra­gen. Die blo­ße schlech­te­re Ver­miet­bar­keit des auf­ste­hen­den Gebäu­des recht­fer­tigt in kei­nem Zusam­men­hang die Vor­nah­me von AfaA auf den Grund und Boden.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. Mai 2016 – IX R 33/​14

  1. BFH, Urtei­le vom 08.04.2014 – IX R 7/​13, BFH/​NV 2014, 1202; vom 14.01.2004 – IX R 30/​02, BFHE 205, 79, BSt­Bl II 2004, 592, m.w.N.[]
  2. BFH, Urtei­le vom 17.09.2008 – IX R 64/​07, BFHE 223, 53, BSt­Bl II 2009, 301; vom 28.10.1980 – VIII R 34/​76, BFHE 132, 41, BSt­Bl II 1981, 161, und in BFH/​NV 2014, 1202[]
  3. vgl. BFH, Urteil vom 16.10.1997 – IV R 5/​97, BFHE 184, 453, BSt­Bl II 1998, 185; Blümich/​Brandis, § 7 EStG Rz 385; Nol­de in Herrmann/​Heuer/​Raupach, § 7 EStG Rz 243[]
  4. so Schmidt/​Kulosa, 35. Aufl., § 7 Rz 120; Gru­be, DB 2006, 63[]