Bürg­schaft für den Arbeit­ge­ber

Auf­wen­dun­gen aus einer Bürg­schaft des Arbeit­neh­mers zuguns­ten sei­nes Arbeit­ge­bers ist nicht immer steu­er­lich als Wer­bungs­kos­ten absetz­bar, wie ein aktu­el­les Urteil des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg für den Fall zeigt:

Bürg­schaft für den Arbeit­ge­ber

Immer wie­der kommt es vor, dass Arbeit­neh­mer ihrem Arbeit­ge­ber finan­zi­ell unter die Arme grei­fen, um ihren Arbeits­platz zu erhal­ten, z.B. indem sie eine Bürg­schaft für Kre­di­te an den Arbeit­ge­ber stel­len. Ist der Arbeit­ge­ber eine Kapi­tal­ge­sell­schaft, also z.B. eine GmbH, kann die finan­zi­el­le Hil­fe auch dar­in bestehen, dass der Arbeit­neh­mer sich mit einer Kapi­tal­ein­la­ge als Gesell­schaf­ter an sei­ner Arbeit­ge­be­rin betei­ligt. Wird der Arbeit­neh­mer aus der Bürg­schaft in Anspruch genom­men, so kann er die Zah­lun­gen unter Umstän­den als Wer­bungs­kos­ten steu­er­lich gel­tend machen.

Betei­ligt er sich aber auch als Gesell­schaf­ter und ist er danach zu mehr als 1 % an der GmbH betei­ligt, so stel­len die geleis­te­ten Zah­lun­gen Anschaf­fungs­kos­ten des Geschäfts­an­teils an der GmbH dar, die sich spä­ter bei einer Ver­äu­ße­rung des Geschäfts­an­teils steu­er­min­dernd aus­wir­ken kön­nen. Bei ungüns­ti­ger Kom­bi­na­ti­on die­ser Sach­ver­hal­te kann der Arbeit­neh­mer geleis­te­te Zah­lun­gen jedoch über­haupt nicht steu­er­lich gel­tend machen.

In dem vom Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg ent­schie­de­nen Fall ging der Klä­ger, ein Arbeit­neh­mer einer in finan­zi­el­len Schwie­rig­kei­ten befind­li­chen GmbH, zu deren Guns­ten eine Bürg­schaft über den fast vier­fa­chen Betrag sei­nes Jah­res­ge­halts ein. Außer­dem soll­te er mit einer Betei­li­gung von 25 % Gesell­schaf­ter der GmbH wer­den. Zum Ein­tritt in die GmbH als Gesell­schaf­ter kam es jedoch nicht, weil die GmbH vor der Ein­tra­gung in das Han­dels­re­gis­ter Insol­venz anmel­den muss­te. Damit ent­fiel für den Klä­ger, der mitt­ler­wei­le von der kre­dit­ge­ben­den Bank aus der Bürg­schaft in Anspruch genom­men wor­den war, die Mög­lich­keit, sei­ne Zah­lung als Anschaf­fungs­kos­ten sei­ner – nicht zustan­de gekom­me­nen – GmbH-Betei­li­gung zu dekla­rie­ren. Das Finanz­ge­richt ver­sag­te dem Klä­ger auch die steu­er­li­che Gel­tend­ma­chung sei­ner Zah­lung als Wer­bungs­kos­ten; denn obwohl er nicht Gesell­schaf­ter wur­de, ver­dräng­te die von ihm ange­streb­te Gesell­schaf­ter­stel­lung den Zusam­men­hang „nur“ zum Arbeits­platz und damit zur Arbeit­neh­merstel­lung.

Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 16. März 2010 – 6 K 1328/​05 (Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de beim Bun­des­fi­nanz­hof – IX B 64/​10)