Der län­ger­fris­ti­ge Ein­satz im Betrieb des Kun­den

Die betrieb­li­che Ein­rich­tung des Kun­den des Arbeit­ge­bers kann unab­hän­gig von der Dau­er des Ein­sat­zes nur dann regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te sein, wenn der Arbeit­ge­ber dort über eine eige­ne Betriebs­stät­te ver­fügt.

Der län­ger­fris­ti­ge Ein­satz im Betrieb des Kun­den

Die Rei­se­kos­ten­er­stat­tun­gen sind steu­er­ba­rer Arbeits­lohn (§ 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 EStG). Die Steu­er­frei­heit bestimmt sich nach § 3 Nr. 16 EStG. Nach § 3 Nr. 16 EStG sind u.a. die Ver­gü­tun­gen, die Arbeit­neh­mer außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes von ihrem Arbeit­ge­ber zur Erstat­tung von Rei­se­kos­ten und Mehr­auf­wen­dun­gen bei dop­pel­ter Haus­halts­füh­rung erhal­ten, steu­er­frei, soweit sie die beruf­lich ver­an­lass­ten Mehr­auf­wen­dun­gen und bei Fami­li­en­heim­fahr­ten mit dem eige­nen Kraft­fahr­zeug die Pausch­be­trä­ge nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG nicht über­stei­gen; Ver­gü­tun­gen zur Erstat­tung von Mehr­auf­wen­dun­gen bei dop­pel­ter Haus­halts­füh­rung sind im Übri­gen nur inso­weit steu­er­frei, als sie die nach § 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 5 EStG abzieh­ba­ren Auf­wen­dun­gen nicht über­stei­gen.

Rei­se­kos­ten sind Fahrt­kos­ten, Mehr­auf­wen­dun­gen für die Ver­pfle­gung, Über­nach­tungs- und Rei­sen­eben­kos­ten. Sie set­zen eine Aus­wärts­tä­tig­keit vor­aus. Eine sol­che ist gege­ben, wenn der Arbeit­neh­mer außer­halb sei­ner Woh­nung und sei­ner regel­mä­ßi­gen Arbeits­stät­te (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4 EStG) beruf­lich tätig wird. Der Bezug einer Unter­kunft am Ort der Aus­wärts­tä­tig­keit begrün­det kei­ne dop­pel­te Haus­halts­füh­rung 1.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs ist regel­mä­ßi­ge Arbeits­stät­te die dau­er­haft betrieb­li­che Ein­rich­tung des Arbeit­ge­bers, der der Arbeit­neh­mer zuge­ord­net ist und die er nach­hal­tig, fort­dau­ernd und immer wie­der auf­sucht. Das ist regel­mä­ßig im Betrieb des Arbeit­ge­bers oder im Zweig­be­trieb der Fall, nicht aber bei der Tätig­keits­stät­te in einer betrieb­li­chen Ein­rich­tung des Kun­den des Arbeit­ge­bers 2.

Der Bun­des­finan­hof weist dar­auf hin, dass nach sei­ner Recht­spre­chung die Ein­rich­tung eines Drit­ten (Kun­de), in der der Arbeit­neh­mer tätig wird, auch dann nicht zur regel­mä­ßi­gen Arbeits­stät­te wird, wenn er dort län­ger­fris­tig ein­ge­setzt wird. Etwas ande­res kann nur dann gel­ten, wenn der Arbeit­ge­ber in der Betriebs­stät­te des Kun­den über eine eige­ne betrieb­li­che Ein­rich­tung (Betriebs­stät­te 3 ver­fügt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Juni 2012 – VI R 47/​11

  1. BFH ,Urteil vom 11.05.2005 – VI R 34/​04, BFHE 209, 527, BSt­Bl II 2005, 793; Schmidt/​Loschelder, EStG, 31. Aufl., § 9 Rz 141[]
  2. s. etwa BFH, Urtei­le vom 09.02.2012 – VI R 22/​10, BFHE 236, 426; vom 09.06.2011 – VI R 55/​10, BFHE 234, 164, BSt­Bl II 2012, 38; – VI R 58/​09, BFHE 234, 155, BSt­Bl II 2012, 34; vom 17.06.2010 – VI R 35/​08, BFHE 230, 147, BSt­Bl II 2010, 852[]
  3. vgl. z.B. BFH, Urteil vom 04.06.2008 – I R 30/​07, BFHE 222, 14, BSt­Bl II 2008, 922[]
  4. BGBl I 2000, 1433[]