Els­ter­For­mu­lar und die bei­gefüg­ten Erläu­te­run­gen

Der Steu­er­pflich­ti­ge han­delt auch dann regel­mä­ßig grob fahr­läs­sig i.S. des § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO, wenn er die dem elek­tro­ni­schen Els­ter­For­mu­lar bei­gefüg­ten Erläu­te­run­gen zur Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung unbe­ach­tet lässt. Dies gilt aller­dings nur, soweit sol­che Erläu­te­run­gen für einen steu­er­li­chen Lai­en aus­rei­chend ver­ständ­lich, klar und ein­deu­tig sind.

Els­ter­For­mu­lar und die bei­gefüg­ten Erläu­te­run­gen

Nach § 173 Abs. 1 Nr. 2 AO sind Steu­er­be­schei­de auf­zu­he­ben oder zu ändern, soweit Tat­sa­chen oder Beweis­mit­tel bekannt wer­den, die zu einer nied­ri­ge­ren Steu­er füh­ren, und den Steu­er­pflich­ti­gen kein gro­bes Ver­schul­den dar­an trifft, dass die Tat­sa­chen oder Beweis­mit­tel erst nach­träg­lich bekannt wer­den. Als gro­bes Ver­schul­den hat der Steu­er­pflich­ti­ge Vor­satz und gro­be Fahr­läs­sig­keit zu ver­tre­ten. Gro­be Fahr­läs­sig­keit ist nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs (BFH) anzu­neh­men, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge die ihm nach sei­nen per­sön­li­chen Fähig­kei­ten und Ver­hält­nis­sen zumut­ba­re Sorg­falt in unge­wöhn­li­chem Maße und in nicht ent­schuld­ba­rer Wei­se ver­letzt hat (BFH-Urtei­le vom 9. Novem­ber 2011 X R 53/​09, BFH/​NV 2012, 545; vom 19. Dezem­ber 2006 VI R 59/​02, BFH/​NV 2007, 866; vom 9. August 1991 III R 24/​87, BFHE 165, 454, BSt­Bl II 1992, 65; jeweils m.w.N.).

Ein gro­bes Ver­schul­den ist anzu­neh­men, wenn der Steu­er­pflich­ti­ge sei­ner Erklä­rungs­pflicht nur unzu­rei­chend nach­kommt, indem er etwa eine im Steu­er­erklä­rungs­for­mu­lar aus­drück­lich gestell­te, auf einen bestimm­ten Vor­gang bezo­ge­ne Fra­ge nicht beach­tet. Die­se Grund­sät­ze sind auch auf eine im elek­tro­ni­schen Wege über das Els­ter­For­mu­lar abge­ge­be­ne Steu­er­erklä­rung anzu­wen­den. Des­halb sind auch Beson­der­hei­ten der elek­tro­ni­schen Steu­er­erklä­rung hin­sicht­lich ihrer Über­sicht­lich­keit zu berück­sich­ti­gen, wie sie glei­cher­ma­ßen auch für sol­che in Papier­form gel­ten.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 20. März 2013 – VI R 9/​12