Erstat­tungs­an­spruch bei Zusam­men­ver­an­la­gung

Wer­den Ein­kom­men­steu­er-Vor­aus­zah­lun­gen für zusam­men zur Ein­kom­men­steu­er ver­an­lag­te Ehe­leu­te geleis­tet, kann aus der Sicht des Finanz­am­tes als Zah­lungs­emp­fän­ger man­gels ent­ge­gen­ste­hen­der aus­drück­li­cher Absichts­be­kun­dun­gen auf­grund der zwi­schen den Ehe­leu­ten bestehen­den Lebens- und Wirt­schafts­ge­mein­schaft ange­nom­men wer­den, dass der­je­ni­ge Ehe­gat­te, der die Zah­lung auf die gemein­sa­me Steu­er­schuld bewirkt, mit sei­ner Zah­lung auch die Steu­er­schuld des ande­ren mit ihm zusam­men ver­an­lag­ten Ehe­part­ners beglei­chen will. In die­sem Fall sind bei einer Über­zah­lung bei­de Ehe­gat­ten erstat­tungs­be­rech­tigt. Der Erstat­tungs­be­trag ist dann zwi­schen ihnen hälf­tig auf­zu­tei­len.

Erstat­tungs­an­spruch bei Zusam­men­ver­an­la­gung

Ande­res gilt bei Lohn­steu­er­zah­lun­gen: Hier wird der vom Arbeit­ge­ber an das Finanz­amt abge­führ­te Lohn­steu­er­ab­zug regel­mä­ßig nur dem jeweils betrof­fe­nen Ehe­gat­ten zuge­rech­net.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. Novem­ber 2005 – VII R 16/​05